Das zweite Buch aus dem Scratch Verlag, welches ich gelesen habe, ist leider ein Reinfall.
Der Schreibstil ist einfach gehalten, ein Haupt- und Nebensatz ist die Regel.
Die Handlung läuft nach bekanntem Schema ab: Verschiedene Gruppen kämpfen sich durch die Welt, prügeln sich aufs Heftigste, werden verletzt, teilweise lebensbedrohlich und werden immer wieder durch Heiler, Heilerinnen oder Heildecken geheilt.
Die vielen seitenlangen Kampfszenen sind einfach nur widerlich und unglaubwürdig.
Es wird gegen/auf Köpfe, zwischen die Beine und auf alle möglichen empfindlichen Körperteile getreten, gesprungen oder eingestochen, alles halb so schlimm, der Heiler wird es schon richten.
Allerdings wären die Verprügelten normalerweise wohl nicht mehr in der Lage, zwei Schritte zu gehen, geschweige denn zu kriechen. Michael Thiels Protagonisten schaffen das ohne Probleme.
Bis auf eine Ausnahme (da war ich wirklich überrascht und habe es zu erst auch gar nicht realisiert) überleben die Helden diese wüsten Schlägereien.
Spannung konnte daher zu keiner Zeit aufgebaut werden, man wusste ja, es kann nichts Schlimmes passieren.
Das pubertäre Mädchen Laura, das anscheinend zur Hauptperson aufgebaut werden sollte, ist vom Charakter her naiv, aber so kampferprobt, dass sie es mit zwei riesigen Kriegern aufnimmt und sie besiegt (tötet).
Dagegen hat sie gegen einen gleichaltrigen Jungen, der sie vergewaltigen will, keine Chance. Alles recht merkwürdig und unlogisch.
Die Story ist nicht sehr interessant, aber flüssig zu lesen, so flüssig, dass ich schon wieder vergessen habe, welches Ziel die Gruppen überhaupt hatten. Ich glaube, es sollte irgendein Bekannter aus einem Gefängnis befreit werden.
Fazit: Enttäuschende Story, langweilig, ohne hohes Niveau, mit vielen in meinen Augen unnötig detailliert beschriebenen Brutalitäten.
Bei der Bewertung tendiere ich zu zwei Sternen, da es leider Bücher gibt, die noch schlechter sind.