Nach dem blutigen Ende einer Geiselnahme nimmt der New Yorker Detective Joe Lucchesi eine Auszeit und zieht mit seiner Familie an die Ostküste Irland. Doch auch dort geschehen Morde, und irgend jemand scheint es auf Joes Familie abgesehen zu haben.
In der 3-Satz-Vita des Klappentextes steht, es sei Barclays Wunsch gewesen, vor ihrem 30. Geburtstag einen Thriller zu schreiben. Warum hat sie es nicht getan? Warum hat sie statt dessen zum 100-und-xten Mal bewiesen, dass ansprechende Bücher nicht geschrieben werden, indem ein Autor erfolgreiche Elemente des Genres wie Motive, Themen und Figuren kopiert und mixt? Der überarbeitete Cop, der vor den Belastungen seines Berufes flieht und vom Verbrechen eingeholt wird, der sich außerhalb seines Zuständigkeitsbereiches in Ermittlungen einmischt und erfolgreicher operiert als die Verantwortlichen; der sexuelle Missbrauch und die abstoßende Mutter als Ursachen für die Taten eines Serienmörders; die Familie, die in Gefahr gerät; die Anfeindungen der Umwelt gegenüber einem Verdächtigen, usw.
Rückblenden in die Vergangenheit, ein beliebtes Stilmittel in Krimis, um die Hintergründe des aktuellen Verbrechens darzustellen, geraten hier zu einem irritierenden Umherspringen zwischen Orten und Zeiten, und hier wie dort tritt eine verwirrende Vielzahl von Personen auf mit Namen wie Donnie, Danny, Dukey. Noch in den letzten Kapiteln werden Figuren und Szenarien aus dem Nichts aufgebaut, die für das Ganze zwar eine entscheidende Rolle spielen, es aber auch unnötig verzetteln.
Auseinandersetzungen werden oberflächlich und ohne Konsequenz für die Handlung geführt, Fakten ohne Folgen für den weiteren Verlauf geschaffen, Probleme gewälzt, die ebenso überflüssig wie aufgebauscht sind.
Ärgerlich ist vor allem die Schlussphase des Buches: Der sich ohnehin lange hinziehende Höhepunkt wird ständig unterbrochen, um zu anderen Schauplätzen zu wechseln. So erzeugt man Hektik, aber keine Spannung. Zu viele Täter - der aktuelle Mörder, der Vergewaltiger, der Komplize - und unerwartete Wendungen konkurrieren um den Überraschungseffekt und gehen unter im Spannungsfeld einer Entführungsgeschichte, über deren Ursache und Verlauf der Leser mehr weiß als die Protagonisten. Passagenweise, v.a. im Schlussteil, legt das Buch die Vermutung nahe, dass es weniger von einer professionellen als von einer übereifrigen Autorin geschrieben wurde.