Wer häufig Geburtshoroskope deutet, begegnet immer wieder Grenzgängern. Für den richtigen Umgang mit ihnen und für eine präzise Deutung ist es notwendig, die Grenzen zum pathologisches Verhalten genau zu kennen und zu verstehen. Liz Greene hilft mit dem vorliegenden Werk, Wissenslücken zu schließen, indem sie die charakteristischen Merkmale umfassend und lebendig beschreibt. Sie gliedert die Seminarnachschrift in drei große Kapitel, die sie mit: "Der Psychopath", "Geistige Gesundheit und Wahnsinn" und "Der Sündenbock" überschreibt.
Über den Psychopathen erfahren wir zunächst, dass er oft ein unauffälliges Leben führt und nicht zwangsweise gewalttätig ist. Anschließend vermittelt Liz Greene ein Grundwissen, woran wir ihn dennoch erkennen, indem sie die typischen Merkmale des Psychopathen ausführlich schildert. Zu ihnen gehören: Charme, pathologisches Lügen, fehlende Reue und mehr. Als Belegbeispiele stellt sie unter anderem Charles Manson vor und lässt an Hand von Fallbeispielen aus eigener Praxis miterleben, wie sie die astrologischen Konstellationen deutet.
Das Kapitel Wahnsinn beginnt mit einem Ausflug in die Antike, der aufzeigt, wie sich auf Basis der griechischen Mythen des Dionysos, der Artemis und anderer rauschhafter Wahnsinn, sexuelle Obsession und weitere, pathologische Erscheinungen besser verstehen lassen.
Im Schlusskapitel schildert Liz Greene zunächst mit Hilfe der israelitischen Opferbräuche die Mechanismen des bekannten Sündenbock-Phänomens. Danach schlägt sie eine Brücke zu politischen Geschehnissen und zu Einzelfallgeschichten. Hierunter findet man wichtige Schlüsselsätze wie: "Jedes Individuum, das sich ständig zum Sündenbock gemacht fühlt, muss in sich selbst nach dem Verfolger suchen, weil sich sonst das Muster ständig wiederholt."
Insgesamt behandelt die erfahrene Jung'sche Analytikerin und Astrologin das Thema "extreme Seelenzustände und Astrologie" ausgesprochen fundiert, umfassend und praxisnah. Besondere, psychologische Kenntnisse sind dazu nicht notwendig. In astrologischer Hinsicht wendet sich das Buch jedoch eher an Fortgeschrittene - Für beratende Astrologen ist es geradezu ein "Muss".