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Lob des Schattens. Entwurf einer japanischen Ästhetik
 
 
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Lob des Schattens. Entwurf einer japanischen Ästhetik [Gebundene Ausgabe]

Jun'ichiro Tanizaki
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Gebundene Ausgabe, 2002 --  

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 85 Seiten
  • Verlag: Manesse-Verlag; Auflage: N.-A. (2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3717581090
  • ISBN-13: 978-3717581093
  • Größe und/oder Gewicht: 17 x 10,8 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (6 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 249.383 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jun'ichir? Tanizaki
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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Junichiro Tanizaki, geboren 1886 in Tokio, gilt als ein bedeutender Repräsentant der modernen japanischen Literatur. Viele seiner Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt - er galt immer wieder als Anwärter auf den Nobelpreis für Literatur.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Mit einem Wort: Exquisit! 22. Februar 2007
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Essay, verfasst vor etwa 75 Jahren, ein kleines Meisterwerk. Wann haben wir Europäer das letzte mal die Holzmaserung einer Klobrille betrachtet? Wann sind wir das letzte mal der Sinnlichkeit und Bedeutung der Farben Schwarz und Gold erlegen? Betrachten wir die Dinge um uns herum überhaupt noch sinnlich? Sind wir noch in der Lage, diesen Begriff mit unseren Sinnen in Einklang zu bringen, ohne dabei gleich an Sex zu denken? Was ist Wahrnehmung im Alltag, wie bewusst ist sie uns im Augenblick der Betrachtung?

Tanizaki ist der Poet und Beobachter der alltäglichen Dinge - nicht verpackt in eine hippe Trendsprache, oder in den Chargon hölzerner Gegenwartsprosa. Hier spricht ein Ästhet zu seinen Lesern, ein kleiner Wunderheiler. Denn er macht uns wieder sehend.

Man kann für dieses Buch nur dankbar sein. Und man sollte danach den westlichen Ästheten-Hype einmal nüchtern daneben halten. Das tut man dann auch mit einer gehörigen Portion Sarkasmus. Der kommt sozusagen gratis dabei raus.

Fazit: Verbeugung, tief.
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Tanizakis Essay über die japanische Ästhetik, "Lob des Schattens" (1933), äußert bereits im Titel, worum es geht: um das Verborgene, das, was sich in der Dunkelheit versteckt und was sich dadurch ausdrückt - wahre Schönheit, die für den traditionellen Japaner aus der Verbindung zwischen Sicht- und Unsichtbarem bzw. dessen Vorstellung entsteht.

Der japanische Denkansatz mag abseits seiner Ungewöhnlichkeit für den Leser aus der westlichen Hemisphäre - für den Schönheit immer mit SICHTbarkeit zu tun hat - in gewisser Weise aber auch interessant sein, da hier nicht nur das Auge "sieht", sondern auch der Geist, ganz davon zu schweigen, daß der Blick für's Detail hier lebendig ist, im Gegensatz zur westlichen, oft oberflächlichen Wahrnehmung. Das Nachvollziehen dieser Schattenästhetik wird aber am Punkt ihrer Umsetzung m. E. schwer. Tanizaki zeigt, daß japanische Ästhetik weit mehr ist als die bekannten Klischees, die sich der Westen als mit seiner eigenen Ästhetik vereinbar "herausgepickt" hat. Es beginnt hier beim traditionell-japanischen Haus mit dunklen Zimmern aufgrund der Reispapierfenster, die nur wenig Licht einlassen, geht über Frauen, die ihre zierlichen Körper gänzlich in dicken Kimonos unsichtbar machen, einzig Gesicht und Hände freilassen, sich aber, um den Aspekt der Finsternis noch zu unterstreichen, das Gebiß schwarzfärben (!!) und grau-dunkelgrünen Lippenstift auflegen (!) und endet bei schwarzem Lackgeschirr, das z. B. eine Suppe als undefinierbare Flüssigkeit erscheinen läßt, und Metallgegenständen, die bereits Patina - ebenfalls eine Art "Schatten" - aus Ausdünstungen menschlicher Hände angesetzt haben.

Hier schreibt Tanizaki auch von der Stilisierung des Schmutzes, im Gegensatz zur westlichen Welt, in der es einzig um dessen Beseitigung geht, um Schönheit zu erreichen. Überhaupt erweist sich "Lob des Schattens" als (mitunter auch chauvinistisches) Plädoyer gegen den Einzug westlichen Gedankenguts in Japan nach der Meiji-Zeit, also nach 1912; an einigen Stellen stellt Tanizaki die japanische Ästhetik auch über die "seichte" westliche. Dies sei ihm jedoch gegönnt; wir Europäer können ja sicherlich auch nicht gänzlich die japanische Schatten-Ästhetik nachempfinden - womit sich einer der vielen Ost-West-Gegensätze zeigt. Hier hat der Essay denn auch eine vermittelnde Funktion und ist daher trotz seines Alters (immerhin zieht Tanizaki dunkleres Kerzenlicht dem elektrischen Licht vor!) gewissermaßen aktuell.
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34 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Junichiro Tanizaki vermittelt das Gefühl der japanischen Ästhetik so klar mit einer Ernsthaftigkeit, aber auch humorvoll vom kleinsten Detail bis ins Ganze, er lässt einen die kleinen Dinge des Alltags neu empfinden und zeigt eine ganz andere Sinnlichkeit,die der westlichen Welt vollkommen fremd ist. Ein unglaublich schönes und wahres Buch.
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