Joseph Conrads Schattenlinie" fiel mir dadurch auf, dass es in Carlos Maria Dominguez Papierhaus" eine zentrale Stelle einnimmt. Bücher, die in anderen Büchern zitiert werden, oder wie dort als in Zement gebackener Stein durch die halbe Welt reisen, verlocken immer zur Lektüre.
In Schattenlinie", einem autobiographischen Werk, dass JC während des ersten Weltkrieges schrieb, geht es um einen jungen Kapitän, der endlich sein erstes Kommando hat, und voller Tatendrang in eine Flaute gerät. In eine gefährliche Flaute, da der Geist des verstorbenen, vorherigen Kapitäns die erkrankte Mannschaft noch in seinen Fängen zu halten scheint. Ähnlich dem zermürbenden Stellungskrieg verharren Kapitän und Boot in der Flaute und warten auf den Angriff, den Wind. Der ein Boot ohne Mannschaft ins Verderben stürzen kann. Spannend und voller Details aus dem Seefahrerleben der 1880er Jahre beschreibt Conrad die Schattenlinie als unsichtbare Linie, nach deren Überschreitung der junge Mensch zum Erwachsenen reift.