Ein sehr unterhaltsames Buch mit lebendigen Charakteren, die sich in einen Krieg verstricken, den am Ende keiner mehr so recht überblickt. Der alte Konflikt Vereinigte Sonnen gegen Draconiskombinat erreicht eine neue, finstere Qualität, als Alexander Davion zu Tode kommt.
Tetsuo Yatomo und Susan McEvedy die gegnerischen Geheimdienstchefs, liefern sich eine heimliche Schlacht, in der gnadenlos über Leichen gegangen wird. Dabei entdecken beide Antagonisten im Laufe des Romans auch ihre Schwachstellen. McEvedy, zwar eine brillante Analytikerin, trifft auch schicksalsschwere Fehlentscheidungen. Und während sie sich im Schattenkrieg gegen das Kombinat aufreibt, geht ihr Privatleben den Bach runter. Dafür entdeckt der kalte Tetsuo, dass er ein Herz hat, denn er verliebt sich natürlich in die Person, in die er sich nicht verlieben sollte. Dann muss er nicht nur um seine professionelle Distanz kämpfen, sondern auch noch die Befehle seines völlig paranoiden Herrschers irgendwie in sinnvolle Maßnahmen verwandeln. Diesmal keine James Bond Parodie, sondern tödlicher Ernst.
Dass in dem Roman natürlich fröhlich intrigiert wird, versteht sich von selbst. Dass es dadurch immer spannend bleibt, auch. Wieder zeigt sich, dass der Autor ein Faible für verworrene Personengeflechte hat. Hier gelingt es ihm durchaus besser als in Über dem Gesetz", ihrem Handeln und Hoffen zu folgen. Und irgendwie ist keiner dabei so richtig der Gute.
Wer allerdings wirklich für den Tod des Ersten Prinzen verantwortlich ist sei nicht verraten, nur soviel: Das Buch endet mit einem wirklich gemeinen Cliffhanger und lässt auf jeden Fall auf eine Fortsetzung hoffen.
In Punkto Plotstruktur ist der Roman sehr dicht, gut zu lesen und bleibt immer nah an den Hauptfiguren. Mein Urteil: Definitiv das bisher beste Buch aus der Feder von Michael Diel.