«SCHATTENFEUER» stellt in meinen Augen eines der gelungensten Werke von Leigh Nichols alias Dean R. Koontz dar, das mich zudem sehr stark an «DUNKLE FLÜSSE DES HERZENS» erinnert: Zum einen wären da die beiden Liebenden, die sich aufgrund eines schrecklichen Geheimnisses auf einer rasanten Flucht befinden und langsam Licht ins Dunkel bringen müssen, so sie denn überleben wollen. Auf der anderen Seite hat die Geschichte mit dem fanatischen Anson Sharp einen Kontrahenten zu bieten, der einem gewissen Roy Miro in keiner Weise nachsteht. Besonders erwähnenswert sind zudem die zahlreichen sehr realistisch gezeichneten Charaktere, die Koontz hervorragend in den Handlungsverlauf mit einbringt. (vgl. Szene im Krankenhaus mit Felsen «der Fels» Kiel!) Obwohl die Story das Thema der Genmanipulation - wohlbemerkt mit dem Wissens-Stand des Jahres 1987 - aufgreift und mit sehr viel Phantasie deren Konsequenzen ausmalt, wirken die fast schon wissenschaftlich anmutenden Erklärungen des Autors durchwegs plausibel und realistisch. Trotzdem ist «SCHATTENFEUER» keinesfalls ein Gentech-Roman, sondern benutzt diesen Zweig der modernen Wissenschaft nur, um schon auf den ersten paar Seiten eine unvergleichliche Atmosphäre der Angst entstehen zu lassen. Wer die Welt des Dean R. Koontz entdecken möchte, erhält mit «SCHATTENFEUER» ein meiner Ansicht nach gutes Einstiegswerk. Und obwohl das Buch trotz seines Bestseller-Status (Rang 1 auf der Bestseller-Liste der New York Times bei der Neuveröffentlichung unter Koontz' richtigem Namen) heute eher ein SCHATTENdasein fristet, verdient es doch zumindest das Prädikat «Geheimtip».