Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
... ein etwas anders Lesevergnügen, 4. November 2008
Zwei Monate habe ich nun gebraucht um dieses Buch zu Ende zu bringen und das hat verschiedene Gründe. Eigentlich habe ich immer ein Auge auf neue Autoren, auf neue Geschichten oder Zyklen im Fantasybereich und freu mich jedes Mal diebisch wenn ich etwas Neues empfohlen bekomme.
Da George R. R. Martin und Steven Erikson, die meine Lieblingsautoren im High-Fantasy-Bereich sind, nicht wirklich mit Lesestoff nachkommen, war ich wirklich erfreut Schattenfall von R. Scott Bakker (The Darkness that comes before - The Prince of Nothing) in die Hände zu bekommen. Viele aussagekräftige Kritiken gibt es nicht über das Buch und die, die ich von Lesern gefunden hatte, erschienen mir in Himmel und Hölle geteilt. Jedenfalls war ich neugierig auf das Buch und begann begeistert zu lesen.
Aber dann ist etwas passiert, was sonst bei mir nicht so häufig vorkommt. Entweder komme ich mit dem Buch, dem Erzählstil und der Story klar und lese es flugs durch oder aber nach einer angemessen Anzahl von Seiten lege ich es aus der Hand und es wartet im Bücherregal auf seine zweite Chance.
Da mein letztes Erlebnis dieser Art Das Spiel der Götter (dem ersten Teil des Erikson-Zyklusses) war und der damit gewonnen Erfahrung ,dass es sich auch durchaus lohnt sich einmal durch ein Buch durchzubeißen, (weil dieser Zyklus sich wirklich zu einem grandiosen Leseerlebnis entwickelt hat), gab ich von nun an jeden Abend Schattenfall die Chance sich zu bessern, mich zu fesseln oder sonst wie aus meiner Irritation zu reißen.
Aber, bis heute ist das leider nicht passiert. Das heißt nicht , dass das Buch langweilig oder übermäßig schlecht geschrieben wäre. Es liest sich schlicht und einfach nur sehr holperig. Sätze mit endlosen Kommas verleiden einem manchmal den Spaß am lesen, weil der Satzanfang mit dem Ende irgendwann nicht mehr in Beziehung zueinander stehen. Die Charaktere, zwar alle irgendwie Antihelden (was ja nicht schlecht sein muss), sind mir bis heute ziemlich egal geblieben und was wann, mit wem, weshalb passiert leider auch. Es entsteht einfach keine Beziehung zu den Handelenden. So sehr man einen Jamie Königsmörder im Eis und Feuer-Zyklus von Martin verachten mag, der Leser ist dennoch in die Geschichte eingebunden. Man fühlt mit, man entwickelt Gefühle für die Akteure und reagiert emotional. Schattenfall berührt mich jedenfalls nicht. Es ist wie Zug fahren und die Landschaft rauscht vorbei. Man denkt: Ah, ein schönes Schloß und im nächsten Moment hat man es schon wieder vergessen.
Die Story. Zugeben aus dem Plot ließe sich bestimmt etwas machen. Allerdings wer Martin vorwirft im ersten Teil von Feast for Crows ginge es nicht voran, dann wird er in Schattenfall das Gefühl haben, er hätte ein Wochenendticket bei der DB gekauft und müsste nun von Hamburg nach München im Regionalexpress reisen. Alles ist nicht uninteressant oder schlecht. Nun gut, der Autor hat Philosophie studiert und manchmal merkt man das auch. Weil: Alles ist schrecklich bemüht und sprachlich auf hohem Niveau, aber wirklich nicht rund.
Fazit: So böse oder enttäuscht wie es sich anhört bin ich gar nicht. Und mein Entschluß weitere 50 Euro in die Folgebände zu investieren steht eigentlich schon fest, denn irgendwie bin ich dran interessiert wie die Geschichte weitergeht. Und vielleicht fange ich ja wirklich noch an einen der Handlungsträger zu mögen.
Nur kann ich wirklich jedem raten, der weder mit Martin oder Erikson vertraut ist, es sich zweimal zu überlegen. Das Buch ist weder leichte Kost noch ein klassischer Pageburner. Jedenfalls für mich.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
So muss ein Fantasy Epos beginnen..., 15. Juni 2009
R. Scott Bakker legt mit "Schattenfall" einen erstklassigen Auftakt zu seiner "Krieg der Propheten" Trilogie vor. 640 Seiten lang entwickelt er eine fesselnde Geschichte um einen heiligen Krieg, ein drohendes Welten ende und das damit einhergehende Ränkespiel der Mächtigen. Dabei verweben sich die einzelnen Handlungspfade geschickt, ohne all zu schnell zu vieles Preis zu geben. Und mit jedem Kapitel erschließt sich mehr von der facettenreiche Welt, die Bakker für seinen Epos geschaffen hat.
Erzählt wird aus der Sicht des Hexenmeisters "Drusas Archamian", dessen apokalyptischer Kult ihn als Agenten nach belieben nutzt und benutzt, aus Sicht des Barbaren "Cnaiür", der von Rache, Hass und Abscheu getrieben in den Aufmarsch zum heiligen Krieg gerät, sowie aus Sicht zweier geschundener Frauen im Umfeld dieser Protagonisten. Dabei gelingt es dem Autor den Personen genau so viel Tiefe zu geben, wie den Städten und Kulturen, denen sie entstammen. Neben diesen vier ist der Mönch "Anasurimbor Kellhus" die wichtigste, aber gleichzeitig geheimnisvollste Gestalt, die im Verlauf der Folgebände noch weit mehr in die Geschicke eingreifen dürfte.
Schattenfall bietet noch weit mehr an Geschichte, Persönlichkeiten und Fantasie, als oben beschrieben. Ich selbst hab dieses Buch verschlungen, auch wenn die so tiefgründig beschriebene Welt den Einstieg nicht einfach macht. Aber mit jedem Kapitel erscheint sie logischer, durchdachter und R. Scott Bakker gelingt dadurch das Kunststück, eine ohnehin schon interessante Geschichte den nötigen Kick zum wirklich außerordentlich gelungenem Roman zu geben. Von mir eine absolute Empfehlung Band 2 liegt schon bereit und wird noch heute Nacht begonnen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
schöner Auftakt, 12. Januar 2009
"Schattenfall" ist der erste Teil der Trilogie "Der Krieg der Propheten". Man merkt schon nach den ersten Seiten, dass der Autor sein Werk sowohl episch als auch sehr komplex angelegt hat. Dennoch verliert man trotz des häufigen Ortwechsels der Handlung nicht den Überblick, da die Erlebnisse der verschiedenen Hauptpersonen lediglich unterschiedliche Blickwinkel auf das große Ganze werfen. Weissagungen, Wahrträume, mächtige Heere und Hexenmeister treffen auf politische Intrigen und militärische Winkelzüge, die viel größere Pläne in die Tat umsetzen sollen. Genauso wie die Hauptfiguren bleiben dem Leser auch die großen Zusammenhänge fürs erste verschlossen und werden nur Stück für Stück aufgedeckt. Und wem dies anfangs doch etwas zu verwirrend ist, der kann sich des ausführlichen Verzeichnisses am Ende bedienen, denn hier werden alle vorkommenden Völker, Hauptpersonen und Fraktionen noch einmal kurz zusammengefasst.
Kaum zu glauben, dass dieser Roman das Erstlingswerk von R. Scott Bakker ist, denn die Geschichte und ihre Figuren wirken genau wie die Welt, auf der sie spielen, durchdacht und ausgereift. Auch wenn der Erzählstrang wegen der vielen ineinander verflochtenen Ereignisse teilweise anspruchsvoll angelegt ist, verfolgt man dennoch gespannt den Fortschritt der Geschichte, weil man wissen möchte, was mit den nächsten Ereignissen ans Licht kommt.
Wer etwas düstere, anspruchsvolle Fantasy mag und einer epischen Geschichte bei ihrer Entfaltung zusehen möchte, der liegt mit "Schattenfall" genau richtig.
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