Die "Heldin" Joana ist Halbafrikanerin und bleibt von keinem Schicksalsschlag verschont. Sie ist Athmatikerin, hat vor kurzem Mann und Sohn verloren und leidet unter Alpträumen vom Tod ihres eigenen Vaters. Dann lernt sie den Nybbas kennen, einen Dämon, der einem jegliche Gefühle aussaugt und davon lebt. Nunja, lange Rede kurzer Sinn, sie haben ein paar mal Sex, er saugt ein wenig an ihr herum, verlieben sich nebenbei ineinander, und schließlich stellt sich heraus, dass Joana wie ihre Tante einem Geschlecht der Dämonenjäger angehört. Von selbiger wird sie zum Hauptquartier gebracht und dort von jemandem, der wohl in die Kategorie unwichtiger Nebencharakter fällt, fast getötet. Kaum ist sie wieder fort, wird sie auch schon von allen möglichen weiteren Dämonen verfolgt, die sie töten wollen. Dann folgt der finale Showdown.
Was mich am meisten an der Geschichte gestört hat, war dass alles an der Heldin irgendwie "too much" ist.
Als hätte sich die Autorin gesagt: "blos nicht zu Mainstream", und ihr dann alle möglichen (und auch unmöglichen) verschiedenen Besonderheiten verpasst.
Sicherlich, sie hat besondere Dämonenbrannkräfte, aber auf der anderen Seite wird sie, wie schon beschrieben, von so vielen Schicksalsschlägen erwischt, dass man das Gefühl bekommt, sie müsste schon längt geplättet wie eine Briefmarke irgendwo rumliegen. Naja, das tut sie dann auch gewissermaßen- entweder ist sie deprimiert, verzweifelt, verwirrt, traurig, ratlos etc. oder ihr wurden die Gefühle ausgesaugt- was sie die ersten drei viertel des Buches für mich ungefähr so symphatisch wie einen Flaschenkürbis gemacht hat. Es ist schwer nachzuvollziehen, warum der Nybbas ihr ständig nachsteigt, wo sie doch weder ein starker Charakter ist, noch vo mit besonderen Fähigkeiten (Immunität gegen die Fähigkeiten der Dämonen zB.) aufwarten kann.
Irgenwie dreht sich die Handlung nicht um sie, sonden sie schwimmt einfach so mit, wie ein Spielball ohne eigenen Antrieb...
Naja, zum Glück ändert sich das gegen Ende ein wenig.
Trotzdem bin ich leicht enttäuscht, da ich die Autorin (und die Geschichte in einer anderen Form) noch von einer Fanfictionplattform kenne.
Fazit: Nettes Debut, leider aber nicht ganz das, was ich mir erhofft hatte.
+ Interessante Ideen, vor allem den Nybbas betreffen
- Schwache, eher langweilige Heldin, die den Großteil der Geschichte weder Ehrgeiz, Mut, noch eigenen Antrieb zeigt