Mir hat das Buch außerordentlich gut gefallen so wie mir bisher auch alle anderen Bücher von Stefanie Gercke sehr zugesagt haben. Sie hat einfach eine tolle Art zu schreiben es fiel mehr sehr schwer, das Buch zur Seite zu legen, da es bis zur letzten Seite spannend bleibt. Natürlich spielt sie mit den üblichen Klischees: da ist diese verwöhnte junge Frau, die in der Wildnis ihren Mann stehen muss, natürlich bald im Herrensitz reitet und Hosen trägt. Aber oft genug werden eben auch die Schattenseiten gezeigt und ich fand es faszinierend zu erfahren, mit welchem Erfindungsreichtum sich die ersten Siedler mit einfachsten Mitteln beholfen waren. Die Figuren im Buch sind mir sehr ans Herz gewachsen, alle ein wenig schrullig (das muss man wohl gewesen sein, um dort zu überleben), aber liebenswert.
Besonders schön fand ich die Landschafts- und Naturbeschreibungen. Zum Teil hatte ich das Gefühl, diese typische afrikanische Luft riechen zu können. Die Beschreibung des Löwengebrülls in der Nacht hat mir eine Gänsehaut über den Rücken gejagt, ich glaube, jeder, der das schon einmal so erlebt hat, weiß, was ich meine. Ebenso fand ich die Bräuche der Zulu und das Leben am Hof von König Mpande sehr interessant. Schön, dass die Autorin die Zulu eben nicht nur als primitive Eingeborene in ihrem Buch genutzt hat, sondern einen Einblick in deren reiche Kultur gibt. Vor allem die Macht des Glaubens fand ich sehr beeindruckend ich möchte unbedingt mehr über den tokoleshe und die anderen Geister erfahren. Das hat mich wirklich neugierig gemacht.
Der geschichtliche Hintergrund über die ersten Siedler in KwaZulu-Natal und die Stammeskriege passt meines Wissens nach (allerdings ist mein geschichtliches Gespür auch nicht sehr stark ausgeprägt).
Fazit: Das Buch ist ein richtig schöner, mitreißender Schmöker, der sich sehr angenehm lesen lässt. Ich empfehle das Buch allen mit der gewissen Sehnsucht nach fernen Ländern und Abenteuer im Blut :-)
Zu dem Buch gibt es noch zwei weitere Teile:
Feuerwind schließt zeitlich direkt an diesen Roman an
Ein Land das Himmel heißt spielt auf Inquaba zum Ende der Apartheid. Hauptfigur ist eine Urenkelin Catherines.
Über den Fluss nach Afrika wird im September erscheinen und spielt wohl auch in der Gegenwart.