Der junge Sander de Vries zieht mit seiner Familie in ein altes Haus an einem Flussdeich in den Niederlanden. Das Haus und seine Atmosphäre sind ihm unheimlich. Auf dem Dachboden entdeckt er mit seiner jüngeren Schwester eine verborgene Kammer. Nach und nach lernt er durch Briefe, die er dort findet, und durch die Lebensgeschichte von Jan, einem alten Bauern aus der Nachbarschaft, die traurige Wahrheit dieses Hauses kennen. Wie sich später herausstellt ist sie Teil der Vergangenheit seiner eigenen Familie: Die Ereignisse reichen in den 2. Weltkrieg zurück und wirken bei Sanders Vaters bis ins Heute traumatisch nach. Das Buch schildert das Elend von holländischen Juden, die sich ähnlich dem Schicksal von Anne Frank vor den Nazischergen verstecken mussten. Dem heute 50-jährigen Autor, der 1994 die holländische Originalversion des Buches veröffenlichte, ist est gelungen ein realistisches Bild der Lebensumstände, Gedanken und Taten der damaligen jüdischen Flüchtlinge, Widerstandskämpfer und Kollaborateure zu vermitteln. Mangels näherer Erläuterung erscheinen manche Verhaltensweisen der handelnden Personen etwas unplausibel. So wird der Schluss zu einem etwas unglaubwürdigen Happyend. Da das Buch keine übermässige dramatische Spannung aufbaut oder grausame Details offenbart und aufgrund des lehrreichen historischen Hintergrunds, ist es als Lektüre für 10- bis 12-jährige empfehlenswert. „Schatten aus der Vergangenheit" erschien im März dieses Jahres im Deutschen Taschenbuch Verlag (dtv) in der Reihe „Hanser".