Clarke ist mit "Im Schatten der Schwarzen Sonne - Arische Kulte, Esoterischer Nationalsozialismus und die Politik der Abgrenzung" ein sehr umfangreiches und informatives Werk zu sehr vielen Aspekten des (Neo-)Nazismus gelungen.
Dabei legt er sowohl Wert auf aktuelle Dinge als auch deren historische Entwicklung. SO wird die Geschichte des amerikanischen Neonazismus in einem sehr umfangreichen und gut recherchierten Kapitel abgehandelt, ebenso der britische. Das Fehlen eines Kapitels explizit über die deutsche Szene fällt leider negativ auf, aber wahrscheinlich wollte sich Clarke nicht auf ein weiteres Feld wagen, dass lange und gründliche Einarbeitung erzwingt und es lieber heimischen Autoren überlassen.
Ebenfalls behandelt Clarke die gängigen "Nazi-Mysterien" wie die "Reichsflugscheiben", Thule, Hyperborea, Atlantis und Neuschwabenland, entmystifiziert sie und nennt Fakten, so wie die "Schöpfer" solcher Mythen. Ebenso widmet er ein Kapitel um mit dem so oft verklärten "schwarzen Orden" der SS aufzuräumen und sie ins richtige Lichte zu rücken.
Zum Kapitel über Rechtsrock und NSBM muss man leider sagen, dass es hier mehr beim guten Willen geblieben ist. Die meisten von Clarke hier gelieferten Informationen sind aus anderen Quellen alt bekannt, leider auch nicht immer korrekt. Insgesamt hätte ich mir für das doch recht sensible Feld des Black Metal und des Neofolk mehr Fingerspitzengefühl gewünscht und so taugt dieses Kapitel maximal für eine erste Kontaktaufnahme mit diesem Thema.
Insgesamt ist "Im Schatten der Schwarzen Sonne" ein gutes Buch, das leider einige Macken hat. Abgesehen von oben genanntem Kapitel bliebe da noch der Schreibstil den ich in weiten Passagen als monoton, langweilig und uninspiriert erlebt und der durch die Länge der Kapitel und häufigere Querverweise häufig fehlende Überblick.
Allerdings hat man, wenn man sich durch findet, eine große Menge an interessanten Informationen. So man sich mit den beschriebenen Themen eingehend auseinandersetzen möchte, ist dieses Buch eine gute Einstiegshilfe für tiefer gehende Recherche, da auch die Literaturlisten wahre Fundgruben sind.