Der Krimi spielt während eines schwül-heißen Sommers in der Nähe von New Orleans. Als der Detective Dave Robicheaux von einem Skelettfund eines Schwarzen in den Atchafalaya-Sümpfen erfährt, erinnert er sich, dass er selbst vor 35 Jahren zufällig Zeuge war, wie an dieser Stelle ein Schwarzer von weißen Männer gelyncht wurde. Aber ein bestialischer Mord an einer jungen Frau lenkt ihn zunächst von weiteren Nachforschungen ab. Erst im Laufe der aktuellen Ermittlungen nach einem vermutlichen Sexualmörder ahnt Robicheaux einen Zusammenhang zwischen dem Toten im Sumpf und dem weiblichen Mordopfer. Er macht sich auf die Suche nach einer Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, und wird dabei unterstützt von der patenten FBI-Agentin Rosie Gomez. Bis der Schuldige gestellt ist, stoßen beide Ermittler bei ihren Befragungen zunächst auf eine Mauer des Schweigens, und Dave bringt sich durch seine unkonventionellen Methoden in gefährliche Situationen, setzt gar fast das Leben seiner Familie aufs Spiel.
Burke erzählt die spannende Story in der Ich-Form, aus Sicht des Detectives, und wenn das Wort Mangrove auch meines Wissens kein mal in dem Krimi vor kommt: die Beschreibung der üppigen Landschaft Louisianas mit seinen Sümpfen, Küsten, und Marschen, der dort lebenden Menschen, und des ständig alles beherrschenden schwül-feuchten (Un-)Wetters, zieht den Leser sofort in seinen Bann. Aber auch kritische Töne sind in dem Krimi zu finden: Rassendiskriminierung, Alkohol- und Drogenprobleme, Traumata des vergangenen Bürgerkrieges.
Auch wenn mir einige Zusammenhänge undurchsichtig blieben - ich konnte das Buch leider nur in vielen kleinen Etappen lesen- war ich stets gespannt, wie es weiter ging. Und mich hat auch einfach der Schauplatz -"The Deep South"- diese brodelnde, geheimnisvolle Welt, gefesselt.
Wer spannende Krimis mit viel Lokalkolorit, hier der Süden Louisianas, mag, dem kann ich das vorliegende Buch auf jeden Fall empfehlen.