Pressestimmen
»'Im Schatten der Mafia' ist zugleich eine entlarvende und desillusionierende Abrechung mit dem Mythos Mafia als letztem Hort eines gewalttätigen und dennoch charismatischen Machismo und der Legende vom Mafioso als dämonischen Gangster.« (Katja Ridderbusch, Die Welt)
»Sieberts Buch ist vor allem deshalb lesenswert, weil die Autorin in ihre theoretische Analyse immer wieder persönliche Zeugnisse von Frauen aus dem mafiösen Milieu einfließen lässt.« (Hans Moser, Tages-Anzeiger)
Kurzbeschreibung
Frauen in der Mafia
Die Mafia gilt als eine Männergesellschaft, die Frauen von jeher rigoros ausgeschlossen hat. Frauen seien unzuverlässig, geschwätzig und über die Geheimnisse der Ehrenwerten Gesellschaft in Unwissenheit zu halten. Innerhalb dieser Strukturen haben sich die Frauen unterzuordnen. Aber durch ebendiese Unterordnung, diese stumme Mitwisserschaft, die sich unweigerlich mit Komplizenschaft auflädt, wandelt sich Abhängigkeit oft in Beteiligung, Verantwortlichkeit und Schuld.
Was fühlen diese Frauen? Was denken sie? Wie leben sie ihren Alltag im Schatten des Todes, der ihre Väter, Ehemänner, Brüder und Söhne bedroht? Diesen Fragen geht Renate Siebert in ihrer wissenschaftlichen Studie nach.Die Mafia gilt als eine Männergesellschaft, die Frauen von jeher rigoros ausgeschlossen hat. Frauen seien unzuverlässig, geschwätzig und über die Geheimnisse der Ehrenwerten Gesellschaft in Unwissenheit zu halten. Ungeachtet dessen ist das weibliche Element in der mafiosen Ideologie allgegenwärtig. Denn diese basiert auf dem Mythos des Schutz gewährenden Familienvaters, der die Ehefrau achten muß, weniger weil sie eine achtbare Frau ist, sondern als Mutter von Söhnen gebraucht wird, weil sie durch ihr Verhalten für die Reputation des Mannes zu sorgen hat und sich ihre Verwandtschaftsbeziehungen für kriminelle Aktivitäten instrumentalisieren lassen. Haß und Brutalität gegen Frauen steht so eine seltsame, durch praktische Erwägungen ergänzte Idealisierung gegenüber.
Innerhalb dieser Strukturen haben sich die Frauen unterzuordnen. Aber durch ebendiese Unterordnung, diese stumme Mitwisserschaft, die sich unweigerlich mit Komplizenschaft auflädt, wandelt sich Abhängigkeit oft in Beteiligung, Verantwortlichkeit und Schuld.
Was fühlen diese Frauen? Was denken sie? Wie leben sie ihren Alltag im Schatten des Todes, der ihre Väter, Ehemänner, Brüder und Söhne bedroht? Diesen Fragen geht Renate Siebert in ihrer wissenschaftlichen Studie nach. Sie läßt Mütter, Ehefrauen, Geliebte und Töchter zu Wort kommen und ergänzt deren persönliche Zeugnisse durch eine theoretische Analyse. Sie schildert die Realität jener Frauen, die mit der Mafia leben müssen oder wollen, aber auch den wachsenden Widerstand gegen die Organisation. Sie zeigt, wie mutige Initiativen von Frauen, ungeachtet gewalttätiger Einschüchterungsversuche, zur Entstehung lokaler Anti-Mafia-Kampagnen geführt haben.