Das Buch ist mir auf dem Bücherbord meiner Firma entgegengerutscht. "Der neue Erfolgsroman der 'heimlichen Bestsellerautorin'" - so der Rückseitentext - klingt ja vielversprechend, wenn auch die übliche PR. Die Lektüre hat dann tatsächlich ein bisschen was anderes ergeben.
Ich fange mal bei der Sprache an. Die Uebersetzung hat bestimmt ihr Bestes gegeben, dennoch fragt man sich bei dem einen oder anderen Absatz schon, ob das tatsächlich schon so trivial im Original stand. Vergleicht man den bemerkenswert dämlichen Titel des Buches mit dem Original ("Twisted Things"), zweifelt man ein wenig an der deutschen Uebertragung. Das Buch hätte übrigens auch ein Korrektorat vertragen, das der neuen deutschen Rechtschreibung mächtig ist - auf jeder fünften Seite auf die gleichen Fehler zu stossen, ist schon ein wenig lästig. Mehr kann man dazu nicht sagen, es holpert so schlecht und recht durch die Seiten.
Und ja, ich schliesse mich meinen Vor-Rezensentinnen gerne an: Es war unterhaltsam. Die folgenden Einwände möchte ich aber schon noch anbringen.
Die Handlungslogik wird an einigen Stellen schon sehr arg strapaziert, und gelegentlich muss man den gesunden Menschenverstand komplett abschalten, um sich sagen zu können: Okay, jetzt gehts tatsächlich so weiter. Zur polizeilichen Ermittlungsarbeit: Die findet schlichtweg nicht statt. Als "Criminal" im engeren Sinn würde ich das Buch deshalb nicht beschreiben, eher als Liebesgeschichte mit ein paar Blutspritzern, die forsch von einer wilden Wendung zur nächsten torkelt. Man kann nur inbrünstig hoffen, dass nirgends auf der Welt die Polizei so dämlich ist, wie sie in dieser Story präsentiert wird.
Die Liebesgeschichte sorgt denn auch für ein paar ganz besondere Momente - hier sinkt das Niveau gelegentlich weit unter das Arztroman-Niveau ab. Ein paar unfreiwillig komische Momente (etwa der, in dem der Teenie-Jugendliche sich mittels Autosuggestion das Onanieren versagt) haben mir dann aber doch noch ein Grinsen entlockt.
Fazit: Ich hatte nach der Lektüre etwa das gleiche Gefühl, so die Art von Leere, wie wenn ich einen Nachmittag lang Hausfrauen-TV sehe. Zwar durchaus unterhaltsam, aber irgendwie hätte man auch was Gescheiteres machen können. "Schatten des Glücks" (in der deutschen Uebertragung, wohlgemerkt) ist ganz klar auf der trivialen Seite der Skala anzusiedeln.