Mileva, die erste Frau Einsteins, war Mathematikerin, Physikerin und begabte Denkerin. Die Autorin schildert uns in diesem Buch das Leben der Mileva und beschreibt auch, welchen Anteil Mileva an Einsteins berühmten Werk gehabt haben mag.
Dass die Autorin dabei stark für Mileva Partei ergreift und diese möglicherweise an mancher Ecke auch überschätzt, wurde von Gegnern des Buches hart angeprangert.
Ich muss als Leser jedoch loben, mit wie vielen Details und wie viel Hochachtung uns die Autorin Mileva Maric nahebringt.
Wir sehen das Mädchen mit den dunklen Augen vor uns, die fleissig arbeitet, die im Studium ihre Kameraden anspornt. Die sich verliebt, und vor der Liebe flüchtet, dann aber heimkehrt und Albert Einstein heiratet. Mit ihm gemeinsam grübelt, manches nachrechnet, vielleicht auch vieles angeregt hat. Und ganz gleich, wäre auch nur die Hälfte dieses Buches wahr, so wäre Mileva doch Unrecht geschehen, denn allzu sehr ist sie hinter ihrem berühmten Mann unsichtbar geblieben.
Dieser trennte sich später von ihr, wurde allein berühmt, und Mileva verschwindet aus dem Gedächtnis der Zeit.
Dieses Buch hebt sie wieder ans Licht und zeigt dem Leser, dass hinter einem Genie oft auch ein geniales Umfeld steckt, und dass manche brilliante Idee im Gespräch entwickelt und in der Gruppe ausgebaut worden sein mag, für die am Ende ein einzelner belohnt wird.
Ein aktuelles Buch also - denn leben wir nicht noch immer in einer Zeit, in der der Preis für eine Entdeckung meist an den bekanntesten Forscher einer Gruppe geht, der möglicherweise nicht einmal der Entdecker ist? In der mancher Forscher, der Fehler anderer korrigiert und Entscheidendes beigetragen hat, nicht einmal in den Danksagungen erwähnt wird?
Ein spannendes Buch mit einigen schwarz-weiß Abbildungen von Mileva und Einstein, lesenswert.