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Schatten über dem Hudson: Roman
 
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Schatten über dem Hudson: Roman [Taschenbuch]

Isaac Bashevis Singer , Christa Schuenke
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 752 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. Dezember 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423130210
  • ISBN-13: 978-3423130219
  • Größe und/oder Gewicht: 19,4 x 11,9 x 3,1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Isaac Bashevis Singer
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Obwohl Isaac Beshevis Singer 1935 aus Polen in die Vereinigten Staaten auswanderte, blieb die eingegrenzte Welt der polnischen Juden im Kern seiner Fantasie. Angefangen mit seinem ersten Hauptwerk, Satan in Goray (1935), verwendete er das Leben im Schtetl als Rohstoff und verwandelte seine traditionelle Lebensweise, religiöses Brauchtum, Aberglauben und Sexualpraktiken in großartige Kunstwerke. Hin und wieder nahm sich Singer jedoch die Juden der Neuen Welt vor, wie er selbst einer war, und dokumentierte deren rasche beziehungsweise widerwillige Eingliederung in das amerikanische Alltagsleben. Eins dieser Bücher ist Schatten über dem Hudson.

Dieser umfangreiche Roman wurde ursprünglich 1957 in der jiddischsprachigen Zeitung Jewish Daily Forward in Fortsetzungen veröffentlicht und liegt nun in \334bersetzung vor -- und Singer-Fans sollten sehr dankbar sein. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Boris Makaver, ein Baumeister, der sich gleichermaßen dem Stahlträger und dem Talmud widmete, und Anna, dessen oft verheiratete Tochter. Ausgehend von diesem Duo gibt es jedoch ein kleines Universum von Flüchtlingen, die alle mit der gewohnten Ausdruckskraft Singers aufgetischt werden. (Hier ist ein komischer Schnappschuss eines Gauners namens Hertz Grein: "Seine Nase hatte einen typisch jüdischen Haken, überlegte es sich aber dann doch wieder anders und richtete sich wieder gerade. Seine Lippen waren schmal, und seine blauen Augen verrieten eine seltsame Mischung aus Schüchternheit, Aufgewecktheit und etwas anderem, was schwer zu definieren war. Margolin sagte immer, er sähe aus wie ein Jeschiwa-Junge aus Skandinavien.") Während sich die Nebenhandlungen zu einem unordentlichen Haufen auftürmen, verrät der Roman manchmal sein ursprüngliches Fortsetzungsformat. Trotzdem -- Singer lässt seine große Besetzung zeigen, was sie draufhat, und das endlose Reden -- denn dies sind Figuren, die mittels schneller, streitlustiger, jiddisch-gefärbter Unterhaltung wahrlich zum Leben erweckt werden -- gibt dem Autor die Möglichkeit, über Schicksal, Identität und Freiheit nachzudenken, ohne das Tempo der Geschichte auch nur eine Spur zu verlangsamen. Wie Singer es des Öfteren ausdrückte: "Natürlich glaube ich an den freien Willen. Was bleibt uns anderes übrig?" -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

»Singer erzählt (…) die familiären Wirren, Zerwürfnisse und Aussöhnungen, die pragmatischen, moralischen, psychologischen Konflikte in einem breiten Panorama, minuziös, präzis, atmosphärisch dicht, ungemein plastisch, kompositorisch glänzend, stilistisch auf dem Punkt, treffsicher bis in jedes Detail. (…) Der Vergleich mit Dostojewski darf durchaus berechtigt gewagt werden. (…) Ein Roman wie ein Riß ins Herz. Ein großartiger, in seiner Qualität und universalen Perspektive ohne Frage einer der bedeutendsten Romane des 20. Jahrhunderts. Was wäre die Welt ohne solche Bücher?«
Michael Klein, Lesart



» (…) die teilweise grotesken Versuche des Überlebens nach dem Überleben verarbeitet Singer zu einer großartigen menschlichen Komödie.«
Uwe Sauerwein, Berliner Morgenpost



»Wie so häufig fungiert Singer als Chronist einer zerstörten Welt. So schwebt er – seinen Charakteren gleich – im Schatten des Holocaust zwischen Vergangenheit und Moderne, immer die Menschen im Visier. Ihren Schmerz und ihre Ängste, ihre Unsicherheiten und moralischen Skrupel.«
Ulrike Fach, Hamburger Abendblatt


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Manchmal gehen große Werke eigentümliche Wege, 21. November 2001
Manchmal gehen große Werke eigentümliche Wege. Als Fortsetzungsroman in einer amerikanischen Zeitung in den 50er Jahren erschienen, kommt der Roman des Nobelpreisträgers und bekanntesten jüdischen Autors erst jetzt auf den hiesigen Buchmarkt.
Deutlicher war die Verlorenheit des Exilantentums auch bei Klaus Mann und Remarque nicht spürbar. Den Hauptfiguren des Romans, in New York gestrandeten Juden zu Beginn der 50er Jahre, bleibt nur ein oft pessimistischer Zynismus übrig, um sich mittels Eiertanz zwischen weltlichem Leben und religiösem Dienen, Berauschen am modernen Leben oder dem Rückzug in die religiöse Orthodoxie in der sie umgebenden Welt des Nachholocaust zu verankern.
Singer zeigt, daß der Einfluß der Nazis mit Vernichtung und Entrechtung von Millionen Juden keinesfalls beendet ist. Viele Juden - sowohl von jüdischer Geschichte und Tradition als auch der Nazityrannei geprägt - haben Anlaß, mit Gott zu hadern und sehen sich skeptisch einer Welt zwischem kaltem Krieg, amerikanischem Christentum, Kommunismus, modernem Atheismus und Darwinismus gegenüber.
Singer reduziert das Judentum nicht auf den Holocaust - als bloße "Teilnehmer" einer Geschichte der Deutschen und Alliierten und des II.Weltkrieges, wie bedauerlicherweise in vielen Darstellungen in Literatur und Film - sondern zeigt sie ausdrücklich als Volk mit eigenständiger Kultur und Geschichte. Dadurch, daß Singer die Schrecken des Völkermords spürbar sein läßt aber nicht jedes Element der Handlung sofort darauf bezieht, gibt er "Schatten über dem Hudson" ein markantes Gesicht.
Aber auch das Angstklima des kalten Krieges zieht sich durch den Roman. So übertreffen sich die meisten Handelnden in Paranoia vor dem Kommunismus in fast schon grotesker Art und Weise gegenseitig. Der in den USA damals allgegenwärtige McCarthyismus steht Gewehr bei Fuß. Totalitarismusgedanken gipfeln in dem Ausspruch Boris Makavers, daß es Hitler ohne Stalin gar nicht gegeben hätte.
Auffällig ist auch das Frauenbild, das Singer streckenweise kolportiert. Die meisten Frauen in seinem Roman plappern in einem fort, nörgeln herum, wissen nicht, was sie wollen und sind oft zu rationalem Handeln schlicht gar nicht in der Lage. Sie geben sich Männern hin da sie keine eigene Identität entwickeln und werden zu allem Überfluß angeblich auch noch vom amerikanischen Scheidungsrecht übermäßig protegiert.
Jedoch versteht Singer zweifellos glänzend zu beschreiben. Nie entsteht der Eindruck, nicht genügend in Kenntnis gesetzt oder mit Worten überladen worden zu sein. Er erweist sich als ein Meister der Beleuchtung. Grelle "Scheinwerferei" vermeidet er. Im dezenten Licht der Kandelaber richtet Singer den Blick atmosphärisch und dennoch konkret auf jüdisches Leben, jüdische Religion und Riten, deren Fremdartigkeit mal Verständnis, mal Irritation, mal Kopfschütteln hervorrufen mag.
Durch einfühlsame Schilderungen kreisender Gedanken der Figuren - z.B. das Pendeln Lurias zwischen Depressivität, Suizidabsichten, Hoffnung und Verfolgungswahn - und die moralische Ebene der Charaktere erzeugt Singer die direkte Anteilnahme des Lesers. Grein, der gegen eigene und ihm vorgegebene Moralkodezies verstößt, aber über das unmoralische Tun anderer entrüstet ist und dies verachtet, dabei zutiefst unter diesem Zwiespalt leidet, bietet ideale Angriffsflächen aber läßt auch Zweifel beim Leser selbst entstehen.
Bei aller Schwere und Tragik der Handlung läßt Singer manchmal etwas augenzwinkernden Humor durchscheinen, wenn er in ernsten Situationen Ohrringe mit Matratzenfedern oder Gesichtsfarbe mit Fensterkitt vergleicht. Auch hält der Autor ungewöhnliche Kapitelumbrüche - oft mitten im Dialog - bereit
Erfahren zu können, daß Jüdischkeit zwar nicht unabhängig, jedoch auch außerhalb des Holocaust existiert und schon seit langer Zeit existiert hat - das ist schließlich die besondere Leistung dieses Romans.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Ein buntes Gemälde aus menschlichen Schicksalen, 18. April 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schatten über dem Hudson: Roman (Taschenbuch)
Nach den ersten 50 Seiten, durch die ich mich hindurch arbeiten mußte, ist das Buch von einer ungeheuren Spannung! Die Begegnungen der Personen, die Singer beschreibt, sind einerseits so menschlich, andererseits entbehren sie nicht des Skurrilen. Manches wirkt überpointiert und ist dabei so sympathisch, weil man "das Leben" einfach in diesem Roman wiederfindet! Man bekommt einen bildhaften Eindruck jüdischen Lebens und jüdischer Gebräuche. Wenn man Singer mag oder sich für jüdische Geschichten interessiert, sollte das Buch unbedingt lesen! Ich finde es das stärkste Buch dieses Autors, von dem ich fast alles gelesen habe.
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