Die Idee schulmedizinische und alternative Verfahren einmal zu prüfen und zu vergleichen ist sicher - auch aus Patientensicht - begrüßenswert. Tatsächlich begegnen einem ja täglich neue Wundertherapien und Wunderheiler, mit oft wirren Versprechungen. Wer kann da schon durchblicken? Leider trifft dies wohl auch auf den Autor zu. Er mag sicher ein guter Arzt sein und die kritischen Äußerungen über die Fehlentwicklungen der modernen Medizin mag er sicher aus der eigenen Praxis belegen können - nur von den meisten alternativen Verfahren hat er nur eine vage Ahnung, die sich auf die Beschreibungen für Laien oder Literaturquellen stützt. Die Tatsache aber, dass eine Methode ein Erklärungsmodell verwendet, das modernen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen nicht entspricht, bedeutet ja nicht zwangsläufig, dass die Methode nicht funktioniert. Auch viele heute anerkannte Verfahren aus der Klinik wurden bereits lange Zeit angewendet, bevor man genau wußte, wie sie funktionieren. Und viele "Erklärungen", die einem tagtäglich in konventionellen Arztpraxen vorgesetzt werden, sind gelinde ausgedrückt auch mehr dem Bereich der Prosa zuzuordern, als den Naturwissenschaften. Hier misst der Autor mit zweierlei Maß. Ansonsten merkt man zu oft den gekränkten Schulmediziner, für den alles, was die Alternativmedizin leistet entweder ein Placeboeffekt, Spontanheilung oder Zuwendungspsychotherapie ist. Das sind die Standartargumente, die jeder Student der Medizin wohl im ersten Semester zu hören bekommt. Es macht sie aber nicht wahrer. Und das Buch leider nicht empfehlenswert. Hier empfehle ich eher die Bücher von Prof. Beuth oder Prof. Heine.