Tino ist ein Frauenheld, dem Liebe ein Fremdwort ist und den jeder hübscher Frauenkörper gleich in Ekstase bringt. So lebt er sein Leben mit so viel Sex wie möglich und so vielen Frauen wie nötig - bis er auf der Hochzeit seines Bruders ausgerechnet mit Esther, der Braut unter dem Buffettisch ertappt wird. Er sieht ein, dass er dringend Hilfe benötigt und schließt sich der Selbsthilfegruppe der Anonymen Lustgefährdeten an und muss feststellen, dass er nicht der einzige ist, der dem die Leitungen im Kopf zu schnell durchbrennen: da wäre eine Ärztin, die ihre Sprechstunden sehr intensiv mit ihren männlichen Patienten verbringt, ein Fußballer, der vor lauter Frauen im Kopf und Sex in der Kabine keine Tore mehr schießt, ein Standesbeamter, der mehr verlobte Pärchen trennt als verheiratet, ein Callgirl, die ihre Orgasmen nicht vortäuschen muss, und - zu Tinos Entsetzen - Esther, die bei jedem Funken von Romantik schon glaubt, die einzig große Liebe gefunden zu haben. Die Gruppe setzt sich ein Ziel: Sie wollen alle neunzig Tage lang ohne Sex auskommen - und dabei auch inszenierten Versuchungen erfolgreich widerstehen. Leichter gesagt, als getan: Obwohl sie es sich zunächst nicht eingestehen will, hat Esther den Gefallen an Tino nicht verloren, und auch Tino wird sich neuer, fremder Gefühle bewusst.
Normalerweise stehe ich deutschen Filmen kritisch gegenüber, aber dieser hat es wirklich geschafft, mein Herz zu berühren. Das Handeln der beiden Hauptcharaktere ist zwar zu Beginn nicht gerade nachvollziehbar, aber im Laufe der Zeit werden die zwei mitsamt ihrer Ab- und Zuneigungen immer schlüssiger. Die Geschichten der anderen Mitglieder der Selbsthilfegruppe sind nett und unterhaltend, wenn natürlich auch sehr oberflächlich. Man muss den Film nicht gesehen haben, um zu wissen, wie er ausgeht, aber dennoch wirkt der Verlauf der Handlung kaum konstruiert oder kitschig. Insgesamt lässt sich sagen, dass es sich hierbei um eine zwar nicht überragende, aber liebevolle Produktion handelt, mit Witz, Charme und hervorragenden Leistungen der bezaubernden Alexandra Neldel und dem umwerfenden Kristian Kiehling. Ich kann diesen Film nur weiterempfehlen!