Anfangs hatte mich der Titel sehr angesprochen, da ich mich schon längere Zeit mit dem Thema beschäfftigt habe und an einer Schamanenausbildung interessiert bin.
Jedoch verwandelte sich meine anfängliche Begeisterung langsam in Entsetzen. Der Autor wirkt durch seine klare und analytische Sprache zunächst sehr eloquent, bzw. sehr kompetent. Bei näherem Hinsehen, damit meine ich dem Durchdenken seiner Theorien: Dreipolmodell, Krankheitsursachen, Ehrlichkeit usw. .. bin ich dann doch sehr erschrocken über seine unbarmherzigen, geradezu fundamentalistischen Gedanken.
Als er dann mit seinem Nagelpilz ins Gespräch kommt (sein Beispiel) wird erschreckend schnell klar, dass jede und jeder Kranke selbst schuld ist an seiner Erkrankung. Dass man anscheinend nur über Krankheit ein ehrliches Leben führen kann und dass, wer in der Krankheit nicht die Herausforderung des Lebens erkennt.. leider Pech hat... dann muss er eben noch ein paarmal mehr geboren werden...
Sorry, da ich viele Jahre schon in der Hospizarbeit tätig bin empfinde ich diese Theorien geradezu unmenschlich und unbarmherzig. Auch mit dem Schamanismus und der liebenden Mutter Erde hat dies rein garnichts zu tun. Das Buch ist m.E., eine Herausforderung im negativem Sinne - und vielleicht deswegen lesenswert?
Zudem sind seine praktischen Hinweise einfach nur plump und ohne wircklichen Tiefgang.... wie soll mein geistiger Helfer ein mir nicht klar umrissenes Problem eliminieren? Was viele kompetentere Schamanen/innen durch lange Praxis erlernt haben, will er in 5 Sätzen spirituell umsetzen? Sorry...
PS: Ich bin kein Verfechter der Allopathie!