Wer wissen möchte wie der mächtige Schah vom gesammten Volke, friedlich "ohne einen Schuß abzugeben", gestürzt werden konnte, kommt an der ausgezeichneten Reportage von Ryszard Kapuscinski nicht vorbei.
Exemplarisch sollen hier wenige Aspekte hervorgehoben werden: Kapuscinski, der die iranische Revolution hautnah erlebte, beschreibt darin die (iranische) Belagerungsrevolution in einem Kapitel, das erstmalige nicht zurückweichen eines Demonstranten (die Initialzündung) gegenüber der geballten Staatsmacht indem er seine Angst überwindet, nur so - das wird der Leser schlussfolgern - kann und wird es sich zugetragen haben. Nahezu lakonisch erklärt er das spätere (blutige) Abrechnen mit den ehemaligen Mächtigen des Landes als eine typisch iranische Angelegenheit der Vorsorge, so wie alle Schahs entweder - im wahrsten Sinne des Wortes - den Kopf verloren oder aus dem Land gejagt wurden.
Ja ! Hier wird Geschichte lebendig, erzählerisch erklärt ohne auf Details zu verzichten. Lesen pur !
Noch eine Bitte an den Eichborn-Verlag (Auflage 2007): Bitte nochmals Korrektur lesen, es sind einfach zu viele Druckfehler enthalten. Exemplarisch (Seite 95) "wählten drei Kalifen hintereinander aus ihrer Mitte, Abu, Bakr, Omar und Otman" - wirkt ein falsches Komma sinnentstellend. Seite 104 beschreibt das Jahr 878 als Verschwinden des 12. Imam, im Nachtrag wird daraus ein 13. Imam (sic!) und das Jahr 910 (Seite 206). Das schmerzt heftig, wenn man etwas Ahnung von der Schia haben sollte.