Privatdetektivin Vic Warshawski staunt nicht schlecht, als sich seit langem einmal wieder ein interessanter Fall anzubahnen scheint. Am späten Abend sucht sie ein geheimnisvoller Kunde auf, der sich als stadtbekannter Bankmogul John Tayer ausgibt und Vic darum bittet, seinen verschwundenen Sohn wieder zu finden. Als Belohnung winke ein ordentliches Sümmchen Geld.
Doch als Vic der Sache nachgeht, merkt sie sehr bald, dass an diesem anfänglich harmlos erscheinenden Fall etwas nicht stimmt: denn den verschwundenen Sohn findet sie einige Zeit später tot in seiner Wohnung, niedergestreckt mit einem Kopfschuss. John Tayer selbst hatte sie gar nicht aufgesucht sondern der Vater der Freundin von Johns Sohn, Mr. Mc Graw, dessen Tochter Anita nach dem Tod ihres Freundes wie vom Erdboden verschluckt zu sein scheint.
Während Vic ermittelt, stößt sie immer weiter in die Geflechte einer gefährlichen Verbindung hinein, sogar die Mafia hat Interesse daran, dass der Fall nicht an die Öffentlichkeit gerät. Schon bald muss sich Vic vor Angreifern schützen und dann gibt es auch noch eine zweite Leiche...
Aus dem interessant klingenden Stoff hätte man einen gut konstruierten, raffinierten und packenden Thriller machen können, die Ansätze dazu sind jedenfalls gegeben. Doch nur allzu oft hängt die Handlung in der Luft, lange Gespräche und allzu klischeehafte Abschnitte trüben den Lesespaß genauso wie die scheinbar nicht existierende Verletzlichkeit des Hauptcharakters, den Vic Warshawski steckt jeden Schlag ein, weiß auf alles eine Antwort, steckt nie wirklich in der Klemme und kann sich sonst gegen alles behaupten. Eine wirkliche Romanfigur also, die mit dem Leser stets auf Abstand bleibt. Und die anderen Rollen, denen Vic begegnet, scheinen aus den 08/15-Schubladen des Krimi-Rezeptbuches entsprungen zu sein der mürrische Kommissar, die verzweifelte Tochter, der fiese Mafiaboss...
Der bisher schwächste Band der stern Krimireihe, kann man lesen, muss man aber nicht.