Ich schreibe diese Rezension noch vor Erscheinen der DVD, kann daher zu Bild- und Tonqualität oder den Extras nichts sagen (hoffe aber, dass sie dem Film würdig sind), und bin jetzt schon froh, dass dieser Klassiker endlich auf DVD erscheint.
Zum Inhalt: Der Rechtsanwalt Dr. Werner von Basil (Curd Jürgens) ist mit dem Auto auf der Flucht vor den Nazis und kann noch rechtzeitg zum Hafen gelangen, wo ein Schiff auf ihn wartet. Diese Szene beginnt bereits sehr spannend. An Bord trifft er den Schachgroßmeister Mirko Centowic (Mario Adorf), und obwohl er noch nie in seinem Leben eine Schachfigur mit den Fingern berührt hat, bitten ihn einige andere Herren (u.a. Dietmar Schönherr), ihnen in einer Partie gegen den Großmeister zu helfen. Von Basil kann ein Remis rausschlagen. Doch in einer Rückblende durchlebt er den Psychoterror der Nazis noch einmal. In der Einsamkeit der Isolationshaft - die Gestapo hat ein Hotel kurzerhand zu einem Gefängniss umfunktioniert - klammert sich von Basil an ein erbeutetes Schachbuch, damit er nicht den Verstand verliert. Während der Wasserhahn tropft und die Schranktür knarrt, bastelt er sich Schachfiguren aus Brotkrumen und Kaffee. Als ihm diese von einem Aufseher genommen werden, spielt er schließlich auf dem Schatten des Fenstergitters, das an die Zimmerdecke fällt, im Geist gegen sich selbst. Dieser Fanatismus treibt ihn in den Wahnsinn.
So kommt es auch auf dem Schiff zur Katastrophe, da die Partie gegen Mirko Centowic ihn zur Verzweiflung treibt.
Eine authentische Verfilumg der gleichnamigen Novelle von Stefan Zweig (1942) mit großartigen Schauspielern wie Curd Jürgens, Mario Adorf und Dietmar Schönherr. Sowohl in den Rückblenden also auch an Bord des Schiffes wird die schreckliche Schachvergiftung, die auch schon Zweig in seiner Novelle sehr plausibel beschreibt, plastisch dargestellt.