den Untertitel "100 Endspiele und 23 Kurzpartien" verdient hat, sollte dieses Buch hier "150 Kurzpartien zu offenen Eröffnungen" heißen.
Es werden nämlich lediglich Königsbauerneröffnungen die mit 1. e2-e4 e7-e5 beginnen behandelt.
Das finde ich (schachliche Charakteristik siehe Rezension zu "Schach für Anfänger") ein wenig schade (daher nur 4 Sterne).
Weitere Kritikpunkte sind:
- Schlechtes Druckbild in meinem Exemplar auf 29 der 318 Seiten
- Auf dem Titelbild sind zwar die e-Bauern gezogen aber beide Könige
stehen auf d1 bzw. d8, dafür die Damen auf e1 und e8
- es ist ein Taschenbuch und bleibt deswegen nur schwerlich offen
liegen, was natürlich durch das Preis-Leistungsverhältnis mehr als wettgemacht wird (gilt für alle Schachtitel von Laszlo Orban bei Humboldt)
- Stand der Eröffnungstheorie ist das Jahr 1968
Schön ist u.a., dass:
- die Kurzpartien (max. 36 Züge, durchschnittlich sogar < 20) immer mit Matt oder Damenverlust enden
- man deshalb nicht mit Aussagen wie: "Schwarz steht besser" allein gelassen wird, die mir zumindest nicht weiterhelfen
- man Ideen gezeigt bekommt, wie aus einer Eröffnung ein Sieg werden kann, oder eben eine Niederlage
- 87 Seiten Königsgambit
- 40 Seiten Italienisch
- 67 Seiten Spanisch
- 10 Seiten Schottisch enthalten sind
Fazit:
Das Buch ist geeignet für "Anfänger" (chronologisch aber frühestens als Buch Nr. 5!) max. bis DWZ 1300 oder Vereinsspieler, die sich bisher noch gar nicht mit Eröffnungstheorie beschäftigt haben. Also m.E. zum Einstieg in die Eröffnungs"tiefe" sehr gut geeignet.
Wer dagegen erstmal nur eine Übersicht über die existierenden Eröffnungen (auf 35 Seiten, max. bis zum 10. Zug) haben möchte, ist mit "Schach von A bis Z" von Max Euwe (Stand der Eröffnungstheorie dort: 1979 auch in der Auflage von 2003!) besser bedient.
Schön wäre es, wenn es zu halboffenen und geschlossenen Eröffnungen ein ähnliches Buch gäbe und eine Aktualisierung an die "moderne" Theorie stattfinden würde/stattgefunden hätte....