Zu dem kurzen Vergnügen seiner hier als rechtefreie Version erhältlichen SCHÜTTELREIME (Gratis Kindle Ausgabe):
Erfrischend! Nicht nur, die Reime schütteln, mich schüttelt's zuweilen auch. Vor allem wenn's doppeldeutig wird. Nachdenklich sind die Reime zuweilen auch und klug sind viele Zweizeiler ganz gewiss.
Der Humor liegt zwischen rabenschwarz und total albern. Die Sprache freilich nicht modern. Dürften immerhin um die 100 Jahre alt sein, diese kleinen geistigen Errungenschaften von Erich Mühsam.
Beispiele gefällig?
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Wer dichten will, der thäte gut,
Er macht' es so, wie`s Goethe thut.
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Nach Blut ist nicht mein Degen geil -
Ich huste drauf im Gegenteil.
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Dada
Der Nitter splackt.
Das Splatter nickt,
wenn splitternackt
die Natter splickt.
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Du baust ne Villa, Du Banause?
Na, bau se!
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Zum Autor:
Erich Mühsam wurde 1878 in Berlin, als Kind jüdischer Eltern geboren. Er war nicht nur Schriftsteller und Redakteur (bei einer anarchistischen Zeitung) - er war auch Aktivist für die anarchistische Münchner Räterepublik und verbrachte etliche Jahre in Festungshaft. Mühsam wurde 1934 von der SS in Oranienburg ermordet.
Wer sich der Zeit in der er gelebt hat und dem Menschen Mühsam nähern möchte, dem seien seine
Unpolitischen Erinnerungen ans Herz gelegt.
Aus wikipedia.de, die Definition "Schüttelreim":
Der Schüttelreim ist eine Reimform, bei der die (Anfangs-)Konsonanten der letzten beiden betonten Silben miteinander vertauscht werden. Er stellt somit eine Sonderform des Doppelreims dar (die letzten beiden betonten Silben jeder Zeile reimen sich). Beispiel: >Er schüttelte die Klapperschlang', / Bis ihre Klapper schlapper klang.<
Wer an weiteren Schüttelreimen Interesse hat, dem kann man
Die Kunst des Schüttelreimens (dieses Werk ist allerdings noch "älter") empfehlen, oder freilich den von mir hochverehrten Miguel-Herz Kestranek:
Gereimte Sammelschüttler. Mit Wortspenden geistreicher Schüttelgenossen