Seit 1985 veröffentlicht Umberto Eco, Professor für Semiotik an der Universität von Bologna im italienischen Wochenmagazin «L'Espresso» die Kolumne «La Bustina di Minerva», in der er über Gott und die Welt plaudert, referiert, anklagt und an den schriftstellerischen Pranger stellt; phasenweise hat die «Die Zeit» diese Glossen, Parodien und Kurzgeschichten auf deutsch als «Streichholzbriefe» veröffentlicht.
Er zeigt uns in diesem Sammelband, der Artikel der Jahre 2000 bis 2006 einschließt, wie viel Klugheit und Weisheit man entfalten kann, wenn man sich mit auch noch so trivialen Dingen beschäftigt. Diese Anthologie - ironisch und intelligent, scharfsinnig und unterhaltsam, philosophisch und heiter, nachdenklich und betroffen machend - die nicht vom Autor selbst, sondern vom Übersetzer Burkhart Kroeber zusammen gestellt wurde, erhellt Ärgernisse des Alltags, liebenswerte Untugenden seiner Mitmenschen und alle Arten von Zeitgeist-Phänomenen.
Mit diesem essayistischen Sammelsurium manifestiert Umberto Eco wieder einmal seinen Ruf, einer der markantesten und unterhaltsamsten Kommentatoren unserer Alltagswelt zu sein. Er betrachtet in seinen scharfzüngigen Essays, Glossen und Parodien die Politik, die Kultur und einfach die ganz allgemeine Lage unserer Welt. Es geht um Romane, Filme und Romanverfilmungen, um neue und antiquarische Bücher, um den alltäglichen Krieg und um Katastrophennachrichten.
Wer sonst als Umberto Eco, der Philosoph, Schriftsteller, Spurenleser und glänzende Parodist, wäre imstande, uns einzelne Phänomene so prägnant und präzise und mit einer solchen Leichtigkeit und schriftstellerischen Brillanz zu erklären?