"Mr. und Mrs. Rowling im Sundridge Park Nummer hundertneun waren stolz darauf, ganz und gar normal zu sein, sehr stolz sogar." Kennen wir diesen Anfang nicht schon längst? Doch halt: Wir sind hier nicht bei "Harry Potter", dem bekanntesten Zauberlehrling der Welt, sondern bei seiner Schöpferin J. K. Rowling. Und die "Muggles", die so stolz darauf sind, ganz und gar normal zu sein, sind ihre Eltern.
Als älteste von zwei Töchtern wächst "Die Schöpferin von Harry Potter" in Yate auf, einer Kleinstadt Englands. Als Kind ist sie unbeliebt, den Mitschülern zu gebildet, den Lehrern zu strebsam. Einzig in ihrem Lieblingsfach Englisch blüht sie auf und beeindruckt dort durch ihre lebhafte Phantasie. Auch während ihrer Studienzeit ist sie eine Leseratte, liebt Fantasy-Romane und Fremdsprachen. Doch wie ihr späterer Kinderbuch-Held "Harry Potter" ist auch seine Erfinderin anfangs nicht mit Glück gesegnet: Die Mutter erkrankt an Multiple Sklerose, ihr portugiesischer Mann wirft sie auf die Straße, und als allein erziehende Mutter wird J. K. Rowling arbeitslos. Aus diesem Tief erholt sie sich nur mit Hilfe guter Freunde - und einer unglaublichen Phantasie: Der erste "Harry Potter"-Band entsteht in dieser Zeit, im Café ihres Schwagers, das schlafende Baby auf dem Schoß.
Gibt es Parallelen im Leben von J. K. Rowling und "Harry Potter" - Autor Sean Smith findet sie bestimmt. Ihr Schulleiter hatte die gleichen Initialen wie Harry Potters Schulleiter Albus Dumbledore. In Harrys Zauberspiegel "Nerhegeb" würde auch J. K. Rowling ihre jung verstorbene Mutter wiedertreffen. Und mit dem türkisgrünen Ford Anglia ihres besten Freundes flüchtet sie oft aus ihrer trostlosen Kleinstadt. Später überlässt sie ihn ihrem Kinderbuchhelden, damit "Harry Potter" sich aus dem Lingusterweg 4 befreien kann, wo sein Onkel ihn in sein Schlafzimmer gesperrt hatte.
Keine Frage: Für "Harry Potter"-Fans ist die Biographie "Die Schöpferin von Harry Potter" ein absolutes Muss! In zahlreichen Abschnitten zitiert Sean Smith Zitate aus ihren Lieblingsbüchern, die Parallelen sind unverkennbar. Doch auch für diejenigen unter uns, die Harry Potters Charme noch nicht verfallen sind, hat das aus dem Englischen von Ulrich Hoffmann übersetzte Werk durchaus seinen Reiz: Die zauberhafte Lebensgeschichte von der Sozialhilfeempfängerin zur berühmtesten Kinderbuchautorin weltweit - vom Aschenputtel zur umjubelten Königin - wird uns für alle Zeit begeistern. Das beste allerdings: Dieses Märchen ist wahr!