Vollkommen unbekümmert berichtet Sedaris von seinem ausufernden Drogen- und Alkoholkonsum oder davon, wie er einen externen Katheder kaufte und natürlich auch ausprobierte - oder einen künstlichen Hintern aus Schaumstoff, da sein eigener so frustrierend flach sei. All diese Alltagserfahrungen sind zwar verdammt peinlich, aber so witzig und beiläufig vorgetragen, dass wir uns nicht fremdschämen, sondern den Autor um seine Unbekümmertheit beneiden. Die kleinen Peinlichkeiten - auch wir erleben sie ja tagtäglich.
Schließlich beteuert Sedaris immer wieder, wie wenig aufregend sein Leben ist, wie ängstlich, gehemmt und kontaktscheu er ist, doch die Erlebnisse, die er beschreibt, sind dennoch wahnsinnig unterhaltsam, wahrscheinlich genau aus diesem Grund. Wenn der introvertierte Autor vor Scham fast vergeht, wenn er in Frankreich französisch sprechen soll, wenn er die Tür nicht öffnet, wenn es schellt, oder um das Telefon einen großen Bogen macht, wenn es klingelt, wenn er sich für die Konversation mit seinem Freund bereits vorher Themen aus der Zeitung ausschneidet, damit man sich bloß nicht anschweigt - dann ist das sympathisch und irrsinnig komisch zugleich, so dass man beim Lesen häufig laut lachen muss.
Als Leser glaubt man inzwischen - nach Erzählbänden wie "Nachtprogramm", "Ich ein Tag sprechen hübsch" oder "Nackt", den Autor und seine Familie wahrhaftig und persönlich zu kennen, wie gute Freunde, von denen man gerne hört. So gibt es wieder einiges über Hugh, Gretchen oder Sedaris' eigenwillige Eltern zu berichten, und gerne würden wir mehr von ihnen hören, denn viel zu schnell ist das Buch ausgelesen.
Es gibt wenige Autoren der Gegendwartsliteratur, die so komisch, so weise, so präzise und treffend vom ganz alltäglichen Wahnsinn schreiben können. David Sedaris ist eine unbedingte Empfehlung für alle Fans von autobiografisch angehauchten Kurzgeschichten, die leisen (und lauten) Humor und Skurrilität vereinen, die aber auch mal leise und nachdenkliche Töne anschlagen. "Schöner wird's nicht" eignet sich auch für "Neueinsteiger" in Sedaris' Lebenswerk.