Dies ist, soweit ich informiert bin, das einzige Werk, das es über Sybille Schmitz zur Zeit gibt. Insofern ist dem Autor zu danken, daß er wahrhaft akribisch alle biographischen und filmographischen Daten über diese Frau für alle Neugierigen zusammengestellt hat. Immer wieder taucht in diesem Werk das Leitmotiv des Rätselhaften, Undruchschaubaren von Sybille Schmitz sowohl in ihren Filmen als auch in ihrem Leben auf. Und genau da liegt auch die Crux dieser Biographie. Nach der Lektüre bleibt man doch etwas unbegfriedigt zurück und fragt sich, warum sie sich denn nun nach langer Suchtkarriere umgebracht hat. Ein Motiv dafür liefert auch dieses Werk nicht. In der Verfilmung ihres Lebens durch Fassbinder in "Die Sehnsucht der Veronika Voss" wird viel über das Abhängikeitsverhältnis zu ihrer Ärztin und "Dealerin" Ursula Moritz spekuliert. Hierüber erfährt man im Buch etwas mehr, der Grund, wie Sybille Schmitz in diese Abhängigkeit geraten konnte, bleibt aber offen. Außerdem wirken die Kommentare zu Sybille Schmitz offen ausgelebter Bisexualität doch etwas sehr verschämt und altmodisch. Trotzdem ist "Schöner als der Tod" jedem zu empfehlen, der sich für das Leben der Sybille Schmitz interssiert. Aufschlußreich ist vor allem auch die umfassende Darstellung der Konflikte als Künstlerin im Dritten Reich. Bleibt zu hoffen, daß es, auch mit Hilfe dieses Werkes, gelingt, Sybille Schmitz den Platz in der deutschen Filmgeschichte zu verschaffen, der ihr gebührt.