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Schöne neue Welt
 
 
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Schöne neue Welt [Taschenbuch]

Aldous Huxley , Herberth E. Herlitschka
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (124 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Eine Welt ohne Gewalt, Krieg, Geschichte und wirkliche Gefühle. Kinder werden nicht mehr geboren, sondern in Laboratorien produziert. Es ist sogar höchst illegal, Kinder selbst zu zeugen und zu gebären. Man hat fünf gesellschaftliche Kasten geschaffen, deren Mitglieder geistig und körperlich genmanipuliert werden, damit sie den Anforderungen entsprechen und nicht revoltieren -- geklonte, affenartige Idioten für niedrige Tätigkeiten, intelligente Schönlinge für die Herrscherschicht. Es gibt die ultimative Droge: Soma. Sie wird vom Staat an alle verteilt und sorgt für Ruhe und Ordnung. Glücklichsein ist staatlich verordnet, Literatur verboten.

"Gemeinschaft, Identität, Stabilität" so das Motto dieses verlogenen, diktatorischen Reiches.

In diese Welt platzt Bernhard Marx, der aus einem Reservat, in dem es keine genmanipulierten Menschen und kein Soma gibt, kommt. Er lernt eine Frau aus der obersten Kaste kennen, verliebt sich in sie und beginnt, gegen das System zu revoltieren... Als Leitbild hat er aus dem Reservat eine Ausgabe von Shakespeares Werken mitgebracht und Mirandas Worte klingen ihm im Ohr: "Schöne, neue Welt, die solche Menschen trägt!".

Aldous Huxley hat einen satirischen Roman geschaffen, der trotz seines Alters von 60 Jahren einige erschreckende Parallelen zur Gegenwart aufweist. Dieses Buch macht die Gefahren von Genmanipulation sehr deutlich, allerdings waren zu dieser Zeit viele Dinge, die für uns selbstverständlich sind, nicht vorstellbar und so hinterläßt es ein manchmal seltsames Gefühl. Der Roman ist eine Literaturlegende, die man einfach gelesen haben muß. --Tina Dobosch -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Schöne neue Welt
OT Brave New WorldOA 1932 DE 1932 Form Roman Epoche Moderne
Aldous Huxleys Hauptwerk gehört neben Fahrenheit 451 (1953) von Ray R Bradbury sowie Farm der Tiere (1945) und 1984 (1949) von George R Orwell zu den großen fortschritts- und gesellschaftskritischen Werken des 20. Jahrhunderts. In der Anti-Utopie Schöne neue Welt malt Huxley eindringlich desillusionierende Bilder einer künftigen automatisierten, aller natürlichen Impulse beraubten Welt.
Inhalt: Schöne neue Welt spielt im Jahr 632 »nach Ford«, nach unserer Zeit im 26. Jahrhundert. Als Jahr Null hat man das Jahr herangezogen, in dem Henry Ford mit der Herstellung des ersten Ford-T-Modells, einem Meilenstein der industriellen Massenproduktion, begann. Die Maxime des Staatsgebildes, in dem an die Stelle Gottes und der Religion die Idee von Massenproduktion und -konsum getreten ist, lautet »Gemeinschaftlichkeit, Einheitlichkeit, Beständigkeit«. Babys werden nicht mehr ausgetragen, sondern in »Brut- und Normzentralen« in Flaschen »gezüchtet«. Die Gleichförmigkeit des Menschen wird mittels genetischer Manipulationen vervielfältigt. Nach der »Entkorkung«, der Geburt der Kinder, werden die Kinder »genormt«. Die Einteilung der Menschen erfolgt in fünf Kasten; zu diesem Zweck werden den Kindern im Schlaf »Weisheiten« eingetrichtert. Hierdurch ist es möglich, »das Problem des Glücks« zu lösen, »das Problem, wie man Menschen dahin bringt, ihr Sklaventum zu lieben«. Das angestrebte universelle Glück ist nur durch Kontrolle von destabilisierenden Faktoren erreichbar. Für die Flucht aus Momenten des persönlichen Ungleichgewichts steht die Droge »Soma« zur Verfügung.
Dieser programmierten Welt stehen drei Außenseiter gegenüber: der »Wilde« John Savage, der aus dem Indianerreservat Malpais kommt, sowie Bernard Marx (dt. Sigmund Marx) und Helmholtz Watson (dt. Helmholtz Holmes Watson). Ein »Fabrikationsfehler« bei Bernard zieht nach sich, dass er dem Idealbild der ihm zugedachten Kaste nicht entspricht und anachronistische Liebesgefühle für Lenina Crowne entwickelt. Helmholtz bildet aufgrund seiner geistigen Überlegenheit eine nicht staatskonforme Individualität aus. Savage und Helmholtz versuchen einen Aufstand anzuzetteln, doch sie scheitern: Helmholtz und Bernard müssen ins Exil, Savage bleibt schließlich allein der Selbstmord als Ausweg.
Aufbau: Der Roman gliedert sich in zwei Hauptteile mit 18 Kapiteln. Haupt- und Nebenstränge der Erzählung sind – den Darstellungstechniken des Mediums Film vergleichbar – durch häufige Episodenwechsel miteinander verflochten. Im ersten Hauptteil, den Kapiteln 1 bis 9, erfolgt eine Einführung in die Gesellschaft der »Soma-Kultur«, werden die Bemühungen der Außenseiter Bernard und Helmholtz, sich frei zu entfalten, und der Aufenthalt im Indianerreservat geschildert. Im zweiten Hauptteil, den Kapiteln 10 bis 18, wird anhand der Figur John Savage aufgezeigt, wie das Gesellschaftssystem der »schönen neuen Welt« auf Außenseitertum reagiert.
Wirkung: Mit dem Roman Schöne neue Welt erreichte Huxley eine immense Popularität. Auf dem Hintergrund der aktuellen Gentechnikdiskussion erhält das Werk eine neue Brisanz. V. R.

Kurzbeschreibung

Die schöne neue Welt, die Huxley hier beschreibt, ist die Welt einer konsequent verwirklichten Wohlstandsgesellschaft »im Jahre 632 nach Ford«, einer Wohlstandsgesellschaft, in der alle Menschen am Luxus teilhaben, in der Unruhe, Elend und Krankheit überwunden, in der aber auch Freiheit, Religion, Kunst und Humanität auf der Strecke geblieben sind. Eine totale Herrschaft garantiert ein genormtes Glück. In dieser vollkommen »formierten« Gesellschaft erscheint jede Art von Individualismus als »asozial«, wird als »Wilder« betrachtet, wer - wie einer der rebellischen Außenseiter dieses Romans - für sich fordert: »Ich brauche keine Bequemlichkeit. Ich will Gott, ich will Poesie, ich will wirkliche Gefahren und Freiheit und Tugend. Ich will Sünde!«

Amazon.de bewertet für Sie

Das bietet die Reihe „Königs Erläuterungen“Aus dem Deutschunterricht sind sie eigentlich gar nicht mehr wegzudenken: Die kleinen blau-gelben Taschenbücher der ältesten deutschen Lernhilfereihe für den Literaturunterricht. Die Rede ist von den Königs Erläuterungen, die sich seit 1897 ihren festen Platz in den Hosentaschen von Schülern – und Lehrern – erobert haben. Von kundigen Germanisten und Pädagogen verfasst erschließen sie die großen Dramen, Romane und Erzählungen nicht nur der deutschen Literatur. Neben den deutschen Klassikern wie Goethe oder Schiller, ist auch großen Dramen der Antike oder Werken fremdsprachiger Autoren von Weltrang eine Reihe von Bänden gewidmet.

Das Konzept der Reihe und der Aufbau der einzelnen Bände sind so schlicht wie überzeugend: Auf einen Abriss von Leben und Werk des jeweiligen Schriftstellers, folgen profunde Textanalyse und -Interpretation. Hieran anschließend werden mögliche Themen und Aufgaben für den Unterricht abgehandelt, ein Überblich über die Rezeptionsgeschichte geboten. Ergänzende Materialien runden das Ganze gelungen ab. Mit ihrem Erfolgsrezept „Maximaler Ertrag auf engstem Raum“ kann die Reihe ihre Marktführerschaft unter den Interpretationshilfen nicht von ungefähr immer wieder behaupten. -- Alexander Dohnberg -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .

Autorenporträt

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)
Huxley, Aldous engl. Schriftsteller *26.7.1894 Godalming (Surrey) †22.11.1963 Hollywood/Los Angeles Schöne neue Welt, 1932 Aldous Huxley zählt neben George R Orwell und Jewgeni R Samjatin zu den großen "Anti-Utopisten" des 20. Jahrhunderts. Seine frühen Romane sind Satiren auf den Fortschrittsglauben und die englische High Society. In seinen späteren Werken wendet er sich der fernöstlichen Mystik und Erfahrungen mit Drogen zu. Huxley, Enkel des bekannten Biologen Thomas Henry Huxley (1825-95), stammte aus einer berühmten Gelehrtenfamilie und besuchte das Elite-Internat in Eton. Nach dem Studium der Anglistik in Oxford wandte er sich der journalistischen und schriftstellerischen Arbeit zu. Von 1916 an veröffentlichte er Gedichte und Erzählungen. 1920/21 war er gleichzeitig mit Katherine R Mansfield Mitarbeiter des Athenaeums und danach der Westminster Gazette. Der literarische Durchbruch gelang ihm mit seinem ersten Roman Eine Gesellschaft auf dem Lande von 1921. Huxley lebte 1923-30 in Italien; 1937 ließ er sich mit seiner Frau in Kalifornien nieder, wo er bis zu seinem Tod lebte. Im letzten Lebensjahrzehnt wandte er sich dem Okkulten zu. Huxley war zugleich Essayist und Romancier. Charakteristisch für seine zeit- und gesellschaftskritischen Romane sind der philosophische Dialog und die psychologisch-satirische Beobachtung. Wiederkehrende Themen seiner Werke sind die Scheinexistenz des Menschen, seine Kommunikationsunfähigkeit und der den Mensch bestimmende Körper-Geist-Antagonismus, die Verabsolutierung des Geistigen oder des Körperlichen, wodurch Sinnfindungsversuche seiner Romanfiguren stets zum Scheitern verurteilt sind. Huxley schildert die Londoner Gesellschaft der 1920er Jahre, zumeist die intellektuellen Kreise, die in einer Zeit des Umbruchs nach dem Ersten Weltkrieg - durch Ideologien manipuliert und in moralischer Unbesorgtheit ihren Leidenschaften verfallen - ungewollt die Nichtigkeit ihres Lebens enthüllen. Biografie: Th. Schumacher, Aldous Huxley (rm 50368).

Auszug

Ein grauer gedrungener Bau, nur vierunddreißig Stockwerke hoch. Über dem Haupteingang die Worte: BRUT- UND NORMZENTRALE BERLIN-DAHLEM. Darunter, auf einer Tafel, der Wahlspruch des Weltstaats: GEMEINSCHAFTLICHKEIT, EINHEITLICHKEIT, BESTÄNDIGKEIT.

Der riesige Saal zu ebener Erde ging nach Norden. Durch die Fenster drang spärlich Licht, kalt und hart trotz dem Sommer jenseits der Scheiben und der tropischen Hitze in dem Raum selbst, und suchte gierig irgendeine drapierte Gliederpuppe, den blassen Umriß eines fröstelnden Modells, fand aber nur das Glas und Nickel und frostig glänzende Porzellan eines Laboratoriums. Kälte stieß auf Kälte. Die Arbeiter trugen weiße Kittel, ihre Hände steckten in blassen, leichenfarbenen Gummihandschuhen. Das Licht war kalt, tot, gespenstisch. Nur von den gelben Tuben der Mikroskope lieh es sich eine gewisse lebendige Fülle und lag wie Butter auf den blanken Zylindern, ein satter Streif nach dem anderen, die endlose Reihe der Arbeitstische entlang.

»Und dies«, sagte der Direktor, die Tür öffnend, »ist der Befruchtungsraum.«

Dreihundert Befruchter standen über ihre Instrumente gebeugt, als der Brut- und Normdirektor den Saal betrat. Kaum ein Atemzug unterbrach die Stille, kaum ein Gedanken verlorenes Vor-sich-hin-Summen oder -Pfeifen störte die allgemeine angespannte Vertieftheit. Eine soeben eingetroffene Gruppe sehr junger, sehr rosiger und sehr unerfahrener Studenten folgte aufgeregt und ein bißchen beklommen dem Direktor auf den Fersen.

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