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am 8. August 2007
Ulrich Beck beschreibt in seinen Büchern, wie sich klassische Arbeitsverhältnisse und gesellschaftliche Sicherheiten auflösen. Er spricht von dieser Welt als "(Welt-)Risikogesellschaft", die geprägt sein wird von "Riskanten Freiheiten" durch zunehmenden Individualismus in Lebensentwürfen, Mobilität und Selbstversorgung. Um dem etwas entgegenzusetzen, entwickelt er die Vision einer "Bürgergesellschaft", in der die Menschen sich freiwillig engagieren, selbständig und eigenverantwortlich neue Aufgaben suchen, dem Gemeinwohl dienen und eine demokratisch neu belebte "civil society" bilden.

Mit immer weniger Erwerbsarbeit wird immer mehr produziert. Das Ende der Arbeit sieht bereits Rifkin auf uns zukommen. Aber immer mehr Arbeitswillige bei immer höherer Lebenserwartung drängen in den Arbeitsmarkt. Deswegen wird es keine Vollbeschäftigung für Alle mehr geben können. Das Dilemma ist jedoch, dass nur bezahlte Arbeit Teilhabe an Wohlstand und sozialer Sicherheit, Ansehen und Gleichstellung in unserer Gesellschaft möglich macht. Es müssen also möglichst viele neue Arbeitsplätze entstehen. Vollbeschäftigung ist Illusion, außerdem gibt es besseres zu tun, resümiert Beck. Verliert das deutsche nach Kriegs "Erfolgsmodell" jetzt seine Grundlage, stellt sich mit der Arbeitslosigkeitsfrage auch die Demokratiefrage neu. Was werden die zukünftigen politischen Leitbilder jenseits der Vollbeschäftigung?

Denn wie sollen Menschen ihr Leben gestalten ohne die Strukturen und Disziplinierung, die durch Erwerbsarbeit entstehen? Ist der Verlust von Erwerbsarbeit nicht der Grund für Kriminalität, Drogenabhängigkeit und Zerfall der Gesellschaft? Brasilianische Verhältnisse in Deutschland? Wie lassen sich Existenz und gesellschaftlicher Status sichern, wenn sie nicht auf eigener bezahlter Arbeit beruhen? Wie kann der Staat den Verlust von Steuern durch Erwerbsarbeit ausgleichen? Wie ist überhaupt Demokratie möglich ohne Teilhabe an Erwerbsarbeit?

Ausgehend von diesen Fragen entwickelt nun Beck sein Modell "Bürgerarbeit". "Bürgerarbeit" meint Tätigwerden in kommunaler Selbstverwaltung und Kontrolle, und politische Beteiligung durch aktive Mitarbeit an gemeinschaftsrelevanten Projekten. (Die alte griechische Polis scheint wieder aufzustehen, in der tatsächlich das Gemeinschaftsleben eine höchste Ausprägung hatte. Perikles gilt noch heute als bewundernswert.) In den Bereichen Gesundheit, Bildung, Umwelt, Betreuung von z. B. Obdachlosen und Asylbewerbern, sowie auch Kunst und Kultur sind Aufgaben im Dritten Sektor, wie Rifkin ihn nennt, zu finden. "Gemeinwohlunternehmer" sorgen für den reibungslosen Ablauf. Diese Bürgerarbeit im Dritten Sektor könnte sinnstiftende Arbeit bereitstellen bei gleichzeitiger Einführung einer Grundversorgung.

Beck erzwingt den Gedanken einer Neuorientierung, sieht im Umdenken und Handeln eine historische Chance und fordert letztendlich, Bürgerarbeit statt Arbeitslosigkeit zu finanzieren.
Gern verweise ich auf den Zukunftsforscher Jeremy Rifkin und sein Buch mit Rez: "Das Ende der Arbeit ...", der auch mit seinen Aussagen in die Überlegungen Becks einfloss. Insgesamt ein typischer Beck, der die Grenzen des Machbaren auslotet, in den Forderungen hier und da überschreitet. Wer nicht im Kopf diese Wege geht und vordenkt, kommt nicht zu Neuem.

Dennoch! Diese "Schöne neue Arbeitswelt" zwingt zur Assoziation und leitet den Gedanken des Lesers zu Huxley. Und so wie bei Huxley alles vorgedacht ist, alles geplant, alles aufgeteilt, alles zugeteilt, sind Wünsche nicht mehr die Vorboten von Taten, es wird hier alles möglich gemacht, solange der Konformismus gewahrt bleibt. Wie kann jemand, der genormt ist, neugierig sein? Das sind die Überlegungen aus seinem Werk. Glück und totalitäre Verhaltensweise liegen dort, in Huxleys Schöner neuer Welt, abhängig beieinander. Was sagt uns Beck bei der Wahl seines Titels?
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