... und eine Karikaturensammlung sagt mehr als ein übliches Jahrbuch. Wieder einmal hat Klaus Stuttmann seine besten politischen Karikaturen des Jahres ausgewählt und in einem bunten Jahrband versammelt. Die Auswahl wird nicht einfach gewesen sein, denn Stuttmann zeichnet täglich. Für Tagesspiegel, Tagesanzeiger und Tageszeitung (taz), für Financial Times Deutschland, Freitag und Vorwärts, für Focus, Ruhrnachrichten und Frankenpost, für Lausitzer Rundschau, Leipziger Volkszeitung und Lübecker Nachrichten, für Nord- und Südkurier. Millionen Menschen zwischen Südwestpresse und Ostseezeitung sehen täglich eine Karikatur, manchmal auch zwei von ihm.
Stuttmanns Zeichnungen verkürzen umständliche Nachrichten, seine runde comicartige Linienführung ergibt einen wohltunenden Kontrast zum eckigen Kolumnensalat. Apropos Comic, der Jahresband zeigt auch Stuttmanns zeichnerische Ausflüge nach Entenhausen: Guido Westerwelle als Donald Duck, der chinesische Tiger als Maobert Duck im Geldspeicher, die Futtermittelhersteller als Panzerknackerbande. Ein besonderer Hingucker ist die Karl-Marx-Karikatur vom Januar: Da sitzt der alte Marx-Brother zeitungslesend im Sessel und raucht Cuba-si-Zigarren, hinter sich ein Poster mit der wohl bekanntesten Marx-Karikatur der Welt, aus der Feder von Roland Beier: "Tut mir leid Jungs! War halt nur so 'ne Idee von mir..." Eine Karikatur in der Karikatur - ist halt so 'ne Idee von Klaus Stuttmann! Auch Edvard Munchs "Der Schrei" wird zitiert.
Beim Durchblättern der chronologisch nach Monaten geordneten Karikaturen sticht ins Auge, wer 2011 besonders für Lacher und Seufzer gesorgt hat: Westerwelle, Berlusconi, Gaddafi, zu Guttenberg und natürlich die Kanzlerin. Jedem Monatskapitel ist eine textliche Erinnerungshilfe von Walther Fekl vorangestellt. Wenn ich könnte, würde ich einen ganzen Sternenhimmel vergeben, denn fast jede Seite ist fünf Sterne wert. Mein Anlagetipp, der kleinen Auflage wegen: Stuttmanns Jahresbände sammeln und ab 2013 wie Bargeld verwenden!