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Schöne Neue Weinwelt
 
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Schöne Neue Weinwelt [Gebundene Ausgabe]

Stuart Pigott
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 348 Seiten
  • Verlag: Argon Verlag GmbH; Auflage: 3 (August 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3870246146
  • ISBN-13: 978-3870246143
  • Größe und/oder Gewicht: 24,2 x 16 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 967.937 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Stuart Pigott
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 10.09.2003
Schwankend zwischen Faszination, Belustigung und Unverständnis für die bizarre Welt des Weinkritikers bespricht Frank Ebbinghaus dieses Buch. Die "Schöne neue Weinwelt" von Stuart Pigott sei eine Reise durch die globalisierte Welt des Weines. Getrieben von der Frage, was es bedeutet, wenn "sich die Schätze der Mosel-Hänge in einer kalifornischen Weinflasche wiederfinden" kartografiere der Autor die neue Weinlandschaft, so Ebbinghaus. Dabei sei der Autor als "moderner Mystiker" "von Sendungsbewusstsein durchdrungen" und zeichne in Zwiesprache mit dem globalisierten Wein sein Weltbild, findet der Rezensent befremdet. Deshalb mokiere sich der Autor, dem Ebbinghaus ein "Globalisierungstrauma" unterstellt, auch gründlich über Panschereien und "technische Mätzchen" und verpasse jedem Tropfen "unbarmherzig" einen Platz auf seiner 100-Punkte-Skala. Bei all den Reflexionen Pigotts über das "Zusammenspiel von Mensch, Natur und Technik" kämen dann - mit kräftiger Hilfe der "schwachen Übersetzung" - Stilblüten zustande wie "flauschig weißes Kuschelhäschen" oder auch "ein Strauss wächserner tropischer Blüten in einer chinesischen Craquelé-Vase", wie der Rezensent amüsiert zitiert. Einen Einblick in die Welt der Weinkritik ebenso wie einen mit "tiefster Versenkung" ausgestatteten Blick durch das Weinglas auf die Globalisierung biete dieses Buch in jedem Fall. Ob Ebbinghaus damit nun etwas anfangen kann oder nicht, weiß man nicht so genau - auf jeden Fall hat er "gestaunt".

© Perlentaucher Medien GmbH

Kurzbeschreibung

Der bekannte Weinkritiker Stuart Pigott führt durch die Welt der Weine in Zeiten der Globalisierung: von Berlin-Mitte über Graubünden bis ins australische Outback, von den Supermarkt- bis zu den Weltspitzenweinen. Pointiert, kritisch und unterhaltsam erzählt Stuart Pigott die Geschichte von Weinpionieren, schwarzen Schafen und stillen Weinhelden und von den revolutionären Veränderungen, die sich in den letzten Jahren in der Weinwelt vollzogen haben.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Das neue Buch von Stuart Pigott ist der legitime Nachfolger von "Göttertrank und Blendwerk", das, 1999 erschienen, die Tiefen bzw. Untiefen der Weinwelt vordringlich in Italien und Frankreich auslotete. Diesmal begibt sich Pigott auf eine etwas weitere Fahrt: Die einzelnen Stationen führen ihn nach Australien, Neuseeland, Südafrika und Kalifornien, unterbrochen von ein paar Kurzaufenthalten in Bordeaux und Deutschland. Der Titel des Buches orientiert sich an der negativen Utopie "Schöne neue Welt" von Aldous Huxley und soll dem Leser signalisieren, was ihn erwartet - nämlich dass die Weinerzeugung in unserem globalen Dorf immer mehr nach den Geschmacksrichtlinien von Großfirmen erfolgt und dass letztendlich die Marketingstrategen mehr Einfluss auf das Produkt Wein haben als jene Leute, die es herstellen.

Für diese These findet Pigott eine Menge Belege: Vor allem in den australischen und kalifornischen Weinregionen wird der Rebensaft nicht mehr mit handwerklichen Methoden veredelt, sondern (ähnlich wie Bier in einer modernen Brauerei) in einer technisierten Umgebung kontrolliert, nach den Vorgaben von EDV-Programmen, in Gärung und Ausbau gelenkt von Computersystemen. Auf diese Weise entsteht oftmals - besonders bei den Rotweinen - eine dickflüssige Trinkmarmelade, ein alkoholreicher Sirup mit aufdringlichen Duftnoten, angereichert mit höchst zweifelhaften Beigaben. Auch wenn diese Mixtur durchaus nicht billig ist und sich auf allen Kontinenten großer Beliebtheit erfreut, ist sie nichtsdestotrotz ein nach allen Regeln der Kunst gestyltes und zum Teil gepanschtes Modegetränk. Ein Traubi-Cola mit Einheitsgeschmack, Anbauregion Planet Erde.

Nun wäre es ein ökologischer Unfug sondersgleichen, eine derart zweifelhafte Ware über eine Entfernung von 20.000 Kilometern nach Europa zu importieren, das ja bekanntlich unter seiner eigenen Weinschwemme zu leiden hat. Doch ebenso wie es Millionen Liter Wein gibt, die nichtssagend schmecken und die sich oft genug hart an der Grenze zur Fehlerhaftigkeit bewegen, existieren auch in Übersee eine Menge hervorragender Tropfen, die nur knapp unter der 100-Punkte-Bewertungsskala liegen und diese in Einzelfällen sogar erreichen. Das wiederum ist ein Verdienst jener Winzer, die ihren Wein immer noch (oder wieder) nach eindeutigen Kriterien anbauen und behandeln. Es sind zumeist Leute, die sich keiner Mode unterwerfen, statt dessen den Terroir-Gedanken verfolgen und ziemlich eigensinnig ihre Vorstellungen von Qualität in die Tat umsetzen. Diese Art von Winzer findet man überall, ob in Australien, in Kalifornien oder auch in deutschen Landen, und es sieht so aus, dass sie keine verschwindend kleine Minderheit sind, sondern stattliche Zuwächse verzeichnen können.

In diesem Spannungsfeld also erkundet Stuart Pigott die verschiedenen Wege, die der Weinwirtschaft im weiteren Verlauf des 21. Jahrhunderts offenstehen. Unermüdlich verkostet er eine Unzahl der verschiedensten Tropfen, beschreibt lebendig und plastisch die Landschaften und Menschen, auf die er während seiner Erkundungsreisen trifft und nimmt im übrigen bei seinen Beurteilungen kein Blatt vor den Mund. Er kritisiert dabei den rapiden Qualitätsverfall einiger Spitzen-Chateaux im Bordelais ebenso wie den fatalen Irrtum einiger deutscher Erzeuger, die ihre Weine in der Hoffung auf einen erhöhten Absatz mit einer "neuseeländischen" Geschmacksnote ausstatten. Leider wird es den meisten Lesern kaum möglich sein, den Exkursionen des Autors in eigener Person zu folgen. Was im deutschen Sprachraum noch denkbar ist (nämlich sich ein eigenes Urteil an Ort und Stelle zu bilden), dürfte auf globaler Ebene an zeitlicher und finanzieller Ausdünnung scheitern. Aus diesem Grund ist Pigotts Werk zwar interessant und lehrreich, zumal es eine ungeheure Fülle an Details und Weinen bietet, doch kann es einen gewissen theoretischen Touch nicht verhehlen. Womit dann automatisch eine Prise Langeweile ins Spiel kommt. Ansonsten aber: ein hervorragendes Buch, interessant für jeden, der sich ernsthaft mit Wein beschäftigt.

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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schönes Buch, aber... 11. September 2003
Format:Gebundene Ausgabe
Stuart Pigotts Buch besteht aus Berichten über Reisen, die er -- oft begleitet von seiner ebenfalls fachkundigen Frau -- rund um den Globus unternommen haben. Sie führten ihn vor allem in die Weinbaugebiete Australiens, Kaliforniens und Südafrikas, aber auch in europäische Gefilde.

Pigott setzt sich mit Gewächsen der neuen Modeländer europäischer Weintrinker auseinander - und spart nicht mit Lob, Kritik und klaren Präferenzen. Während er denn süsslich-marmeladigen Einheitsgeschmack vieler Rotweine aus der Neuen (und mittlerweile in deren Gefolge auch in der Alten) Weinwelt brandmarkt (und damit auch indirekt den Geschmack von Weinpäpsten wie Robert Parker geißelt) und stattdessen die "etwas anderen", indivuelleren Weine herausstellt, die auch diese Länder produzieren, zeichnet er ein sehr differenziertes Bild, das sich allen Stereotypen entzieht.

Das ist wohltuend, genauso wie seine schönen Schilderungen von Begegnungen mit Winzern. Weniger wohltuend ist -- neben der manchmal überdreht wirkenden Sprache bei der Beschreibung der verkosteten Weine -- die Tatsache, dass Pigott zwar mit den "billigen" Weinen (im doppelten Wortsinn) eines Berliner Supermarktes einsteigt, sich bei seinen Verkostungen aber fast nur mit (vermeintlichen und echten) Weltklasseweinen (=Nischenweinen) auseinandersetzt, die für den normalen Weinliebhaber -- auch den, der viel Geld in sein Hobby investiert -- nicht erschwinglich oder gar nicht erhältlich sind, vielleicht mit Ausnahme der deutschen Gewächse, die wahrlich mehr Aufmerksamkeit verdient hätten.

So schön sich das Buch also streckenweise liest, und so interessant viele der nach dem 100-Punkte-System bewerteten Weine im Anhang sind, es sind weder Bezugsquellen noch Preise angegeben. Letztere würden, sofern die Weine hierzulande überhaupt zu kaufen sind, wohl häufig das Budget des potenziellen Kunden sprengen.

Trotzdem: Weinliebhabern und -kennern sei das Buch empfohlen, und es wäre schön, wenn es über diese Themen noch mehr Stoff gäbe -- nicht nur solchen zum Trinken...

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von bosabe
Format:Broschiert
Ein anspruchsvoller Titel für das Buch eines anerkannten Weinkritikers und Vielschreibers. Man könnte eine fundierte und kritische Darstellung der modernen industriellen Weinproduktion im Zeitalter globaler Marketingstrategien erwarten.
Aber weit gefehlt!
Stuart Pigott bezieht die Globalisierung nur auf die von ihm zurückgelegten Wegstrecken, wenn er über seine Besuche bei Winzern in aller Welt plaudert.
Er plaudert überhaupt sehr viel. Ihm ist es wichtiger, die Träumereien zu beschreiben, die er während der Gespräche mit berühmten Winzern und Kellermeistern anstellt, als den faktischen Inhalt der Gespräche. Man erfährt nichts. Keine Daten beispielsweise über den Weltmarktanteil, Produktionsmethoden, Marketingstrategien von Ernest&Julio Gallo oder über die im heutigen Zeitalter globalen Konsums notwendige Industrialisierung der Weinproduktion.
Stattdessen Darstellung der unterschiedlichen Grade der Verzückung, in die Pigott durch den Genuß ausgezeichneter Weine gerät. Oder persönliche Erleuchtungserlebnisse, zum Beispiel im Gespräch mit einer Winzerin einer erstklassigen Lage und Kellerei im seit einigen Jahren berühmten amerikanischen Weintal Napa Valley: "Und plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen, die Antwort auf meine Frage lag die ganze Zeit klar und deutlich vor mir, ich habe sie nur vor lauter theoretischem Herumspielen nicht erkannt... Das Geheimnis hinter dem kometenhaften Aufstieg des Tales... ist einfach die Kombination aus Leidenschaft und Perfektion." (Seite 100)
Was ist denn das für eine Erkenntnis? Und wie hilft sie mir als unbedarftem Leser weiter?
Ein anderes Beispiel von Seite 129: "Somers reicht mir einen Teller Lachs und ein Glas Riesling herüber, und da weiß ich, daß ... sich eine neue Weißweinszene entwickelt, die in den nächsten Jahren für einigen Aufruhr sorgen wird."
Aber es ist im Grunde auch kein Wunder, daß Pigott sich scheut, eine kritische Darstellung der Weinindustrie zu geben. Als Weinjournalist lebt er davon, daß er zu Weinverkostungen eingeladen oder zumindest zugelassen wird. Kritische Geister sind da wenig willkommen. Hätte Pigott tatsächlich aus dem Nähkästchen geplaudert, wäre dies wohl das Ende seiner beruflichen Tätigkeit gewesen.
Der Leser kann also eine nette verplauderte Beschreibung verschiedener Verkostungen und die Nennung der verkosteteten Weine mit Bewertung aber weitgehend ohne Preise erwarten. Nicht mehr und auch nicht weniger.
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