Aus der Amazon.de-Redaktion
Der Band Schöne neue Körperwelten gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Positionen und Meinungen bezüglich der Ausstellung. 16 Autoren aus den Fachbereichen Anatomie, Philosophie, Rechtswissenschaft, Medizin, Theologie, Kunst- und Sozialwissenschaft erläutern in ihren Texten die strittigen Punkte des Körperweltenkonzeptes. So geht beispielsweise Ernst Benda, der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichtes, in seinem Text der Frage nach, ob die dauerhafte Konservierung von Leichen gegen die Bestattungspflicht in Deutschland verstößt. Der Theologe Ulrich H.J. Körtner befasst sich mit den anthropologischen Grundfragen, die durch die Ausstellung aufgeworfen werden. Klaus Bergdolt kritisiert in seinem Beitrag vor allem die künstlerische Manipulation der Leichname, die die Körper zu Arbeitsmaterialien werden lässt.
Im Gegensatz dazu erklärt Gunther von Hagens selbst, warum er die Leichen als Läufer, Lassowerfer oder Schachspieler positioniert hat und was er mit den jeweiligen Positionen zeigen möchte. Am Ende des Buches werden die Ergebnisse der Besucherbefragungen vorgestellt, die im Rahmen der Ausstellungen durchgeführt wurden, sowie die Auswertung der Besucherkommentare in den Gästebüchern. Dort fanden sich Aussagen wie "Ich wäre gerne ein Ganzkörperplastinat" oder "ob ein toter Körper verwest oder der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird, ist letztlich egal."
Das 360 Seiten umfassende Buch enthält 20 farbige Abbildungen der Ganzkörperplastinate und bietet einen umfassenden Überblick über den Stand der aktuellen Diskussion. Auch für Nichtkenner der "Körperwelten" ist das verständlich geschriebene Buch eine gute Möglichkeit sich eine Meinung zu der umstrittenen Ausstellung zu bilden. --Britta Müller
Kurzbeschreibung
"Den Tod fürchten bedeutet, dem Leben viel Ehre erweisen." (Theodore Simon Jouffroy)
"Körperwelten", die erfolgreichste Ausstellung in Europa, hat heftige Reaktionen ausgelöst. Der erste Debattenband versachlicht die Diskussion. Mit Hilfe von Abbildungen, die bisher noch nicht zu sehen waren, wird das Thema veranschaulicht. Befürworter und Gegner kommen zu Wort und schlagen Orientierungen vor in einer aufwühlenden Debatte, die jeden betrifft.Die Ausstellung "Körperwelten" ist die meistbesuchte Ausstellung in Europa; sie ist auch eine der umstrittensten. In Rundfunk und Presse wurde zum Teil äußerst polemisch und missverständlich über diese Ausstellung informiert. Mit diesem Band soll die einsetzende Debatte versachlicht werden.
16 Autoren aus den Bereichen Medizin, Ethik, Philosophie, Rechtswissenschaft, Kunstwissenschaft, Sozial- und Medienpsychologie stellen kontrovers ihre unterschiedlichen Positionen dar. Sie wollen mit ihren Beiträgen die Tragweite der Debatte aufzeigen und erstmals ausloten. Sachlich in der Darstellung und verständlich in der Argumentation erörtern die Autoren Pro und Contra der Plastination toter Menschen und Sinn und Zweck der Ausstellung.
Von Experten der verschiedenen Disziplinen lesbar geschrieben, führt der Band in aktuelle Themen ein, wie z. B. die menschliche Würde, den Tod, die ethischen Bedenken, die ästhetischen Fragen, das veränderte Bewusstsein vom Tod und den öffentlichen Umgang damit.
Franz Josef Wetz, geboren 1958, studierte Philosophie, Germanistik und Theologie; 1989 Promotion und 1992 Habilitation an der Universität Gießen. Von 1992 an in der Ausbildung von Lehrern tätig und ab 1994 Professor für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd.