"Die Kunst eines Autors besteht darin, aus dreizehn Büchern ein vierzehntes zu machen"
Dieses Sprichwort trifft auf dieses Buch zu. Es ist quasi ein Patchwork aus den Literaturtipps, die der Autor am Schluss aufführt.
In den vergangenen Jahren habe ich mich schon mit dem Thema "Schönheit" auseinandergesetzt, und auch einige Bücher dazu gelesen. Ich musste feststellen, dass in dem Buch von Frank Naumann viele von den Fakten wiederholt werden, die ich schon kannte, und nur wenig Neues dazukommt. Dazu gehören z. B. die Merkmale, die ein schönes Gesicht ausmachen, und die Studie, die aufzeigt, dass schon Kleinkinder schöne von hässlichen Gesichtern unterscheiden können, und diese umso länger betrachten.
Die versprochenen Tipps, wie man seine Attraktivität steigern kann, kommen meiner Meinung nach zu kurz.
Allen von der Natur aus nicht so Wohlgeratenen sei zu sagen, dass diese Lektüre nicht gerade aufbauend für das Selbstbewusstsein ist. Und so mancher Schöne wird sich wohl fragen müssen, ob er all seine Erfolge allein seinem angenehmen Äußeren zu verdanken hat.
Ich denke, vor allem für Frauen ist es zwar nicht neu aber frustrierend zu lesen, dass sie bei Männern nur mit Aussehen und Jugendlichkeit punkten können (eine "Verbesserung" ist schließlich nur in einem beschränkten Rahmen möglich), und die Männer sich hingegen auch im reifen Alter mit höherem Status und Verdienst aufrüsten können.
In dem Buch sind auch einige Kapitel, die mit dem Thema "Schönheit" nicht unbedingt etwas zu tun haben, aber dennoch interessant sind, wie z.B. über "Statussymbole" und "Image".
Die Kapitel sind alle interessant, verständlich und unterhaltsam zu lesen, aber auf das Wichtigste beschränkt. Dass führt dazu, dass einige Tatsachen meiner Ansicht nach etwas zu einseitig betrachtet und manche Argumente unvollständig ausgeführt sind.
So behauptet der Autor u. a., dass Sportlichkeit in unserer Gesellschaft mehr als Intelligenz zählt, und dementsprechend auch finanziell mehr gewürdigt wird. Er belegt dies mit der Gegenüberstellung, dass ein Nobelpreisträger für sein Lebenswerk einmalig ein Preisgeld in Höhe von 1,1 Millionen Euro erhält, und dass Spitzensportler jährlich ein Vielfaches davon verdienen. So haben z.B. alleine im Jahr 2002 Michael Schuhmacher 50 Millionen Euro und Boris Becker 12 Millionen Euro verdient. Sicherlich hat Herr Naumann in gewisser Hinsicht Recht. Doch wo bleiben in diesem Vergleich die Intelligenten oder Cleveren, die mit einem Geistesblitz oder Handlungsgeschick Milliarden verdienen, wie Bill Gates, die Aldi Brüder oder die Google Macher? Zudem glaube ich, dass es Otto Normalverbraucher im Erwerbsleben weiter hilft, wenn er mehr Köpfchen als Mucki's hat. Denn Sportlichkeit zahlt sich nur in der Spitzenliga finanziell aus und nicht im Fußballortsverein.
Mein Fazit:
Ein interessantes, kurzweiliges und lesenswertes Buch. Für Leute, die noch keine Lektüre zu diesem Thema gelesen haben, ist es sehr aufschlussreich. Einige Argumentationen sind mit Vorsicht zu genießen.
Über manche Themen hätte ich gern noch mehr erfahren. Dafür gibt der Autor auch - wie schon erwähnt- die Literaturtipps an.