Schnell schreibt er, der Herr Kämmerer. Sehr, sehr kurze Kapitel, rasant schnelle Szenenwechsel und an nichts wird sich lange aufgehalten. Mir persönlich gefällt das sehr gut.
Die Personen werden im Prinzip gar nicht beschrieben. Auch das gefällt mir sehr gut, da hat mein Kopfkino freie Bahn. Und dennoch, fast alle Charaktere, kann ich mir sehr gut vorstellen und sie mit Leben erfüllen. Ich denke, daß ist schon fast eine Kunst, die Protagonisten äußerlich so wenig zu beschreiben und man hat dennoch ein klares Bild vor Augen. Ich habe sie alle liebgewonnen, die Kriminalen. Ganz besonders Hummel habe ich ins Herz geschlossen. Selbst einige der Bösewichte waren mir ein klein bißchen sympathisch. (ein klitzekleines)
Trotz dieser schnellen Schreibweise verliert man aber nicht den roten Faden und das ist gerade bei einem Krimi ja wichtig. Da ich meistens nicht unabgelenkt lesen kann (2 Kinder) war ich sehr erfreut, daß es der Autor geschafft hat, trotz dieser Art des rasanten Schreibens mir die Personen so zu verinnerlichen, daß ich zu jedem Zeitpunkt wußte, wer wer ist und sie den entsprechenden Situationen zuordnen konnte.
Den einzigen klitzekleinen Minuspunkt hätte ich nur, weil ich relativ schnell wußte, wer der Mörder ist. Das kann aber daran liegen, daß ich schon sehr, sehr, sehr viele Krimis gelesen habe. Die kleinen Dialekteinschläge hätten von mir aus auch nicht sein müssen.
Mein Fazit:
Ich würde dieses Buch wirklich sehr weiterempfehlen. Allerdings: Den Menschen, denen ich dieses Buch vorgeschlagen habe, haben es alle nicht gekauft, weil es ihnen mit 14,99 Euro zu teuer wäre. Schade! Ich hoffe, der Autor setzt sich langfristig dennoch durch.