Nina Telemann ist 42 Jahre alt, sie ist Lehrerin und trägt eine dicke Brille. Sie liebt Deutschland sehr und alles, was deutsch ist auch. Sie hat drei Kinder mit ihrem Mann Bror und will in Bayern Urlaub machen.
Bror Telemann ist 43 Jahre alt, Dramaturg am Osloer Nationaltheater und denkt am liebsten an Theater. Sein größter Traum ist es, selbst ein richtig gutes Stück zu schreiben, das Beste, um genau zu sein. Er hasst Deutschland, jedenfalls liebt er es nicht gerade, er mag nämlich keine Nazis und ist der festen Überzeugung, Deutschland sei voll von Naziideologie. Dafür mag er Nigella Lawson, die englische Fernsehköchin umso mehr. Man könnte fast sagen, er ist ein bisschen von ihr besessen.
Per Email haben Telemanns ein Ferienhaus in Garmisch Partenkirchen gebucht. Die Vermieter, Familie Bader, sind des Englischen nicht mächtig und erstellen ihre Antwort mit einem Übersetzungsprogramm daher fahren die Telemanns auch nach Mixing part churches und nicht nach Garmisch Partenkirchen. Bror Telemann, der eigentlich immer nur Telemann genannt wird, findet das äußerst amüsant und wird nicht müde, sich über Deutschland und Mixing Part lustig zu machen was Nina auf die Palme bringt. Überhaupt beginnt der Urlaub irgendwie unstimmig: Nina ist mit Telemann unzufrieden, da er nichts anderes tut als an Theater zu denken oder zu rauchen (die Absprache lautet, dass Telemann in die Wiege des Nazismus mitfährt und dafür überall und immer rauchen darf) und Telemann ist unzufrieden, weil er nie in Ruhe an Theater denken kann ' denn entweder kommt ihm Nina oder eine Gedanke an Nigella dazwischen.
Es entwickelt sich eine verrückte Ehekrise, ein absurdes Theater vor bayrischer Kulisse und nicht zuletzt etwas, das man gut und gerne lesen könnte, wie ein Theaterstück.
Denn Loes Text ist fast ausschließlich in Dialogform geschrieben. Einen durchgeplotteten Roman darf man nicht erwarten. Loe hält sich auch absichtlich nicht mit irgendwelchen verbindenden Elementen oder Erzählpassagen auf. Der Leser zieht einfach mit den Dialogen mit, macht sich sein eigenes Bild verfolgt diese ferienlange Lebenskrise, die sich andernorts über Jahre und 400 Seiten ziehen würde.
Wer Loe kennt weiß, dass man keine "normale" Unterhaltungsliteratur erwarten kann. Nein, es ist viel besser, nämlich richtig schön verrückt.