Es kommt halt auf den richtigen Blickwinkel an!
Der neue Kriminalroman von Ilona Mayer-Zach heißt nicht nur Schärfentiefe, er besitzt auch solche.
Mit viel Liebe zum Detail gelingt es der Autorin den Roman von Seite zu Seite hintergründiger zu gestalten. Was als harmloser Auftrag beginnt, wird schon bald zu einem immer abgründigerem Erlebnis, welches deutlich zeigt: Es ist nicht immer alles Gold was glänzt.
Die Autorin gibt scheinbaren Nebensächlichkeiten einen hohen Stellenwert, spielt mit der Geltungssucht der Charaktere und verknüpft so die literarische Handlung mit den Gefühlen der Leser. Allzu menschlich erscheinen die Charaktere, fast könnten sie einem bekannt sein. Stärken und Schwächen sind gekonnt miteinander verbunden. Die Helden des Romans scheinen zu leben. Sie interessieren sich für Erfolg, benötigen Ansehen und Wertschätzung und machen dabei doch so herrlich natürliche Fehler. Kriminelle Energie gesellt sich zu menschlichem Verständnis.
Die einzelnen Roman-Charaktere sind selbstkritisch, teil geheimnisvoll, teils durchaus naiv. Gerade aus dieser Mischung hat Ilona Mayer-Zach einen Krimi verfasst, der mitreißt. Seite um Seite wird der Leser in den Roman hineingezogen, steigt die Spannung und eröffnet neue Sichtweisen. Motive werden konstruiert, die vorher undenkbar schienen. Personen entwickeln sich in eine völlig andere Richtung als zu Beginn des Romans. Dabei ist die komplette Handlung wirklich logisch und sinnvoll aufgebaut. Der Roman wirkt zu keiner Zeit konstruiert, sondern immer dynamisch und gefühlvoll. Ein Roman zwischen Spannung und Humor, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.