Nette und böse Zungen behaupten immer wieder, der Jazz sei tot, elitär oder sonst irgendwie verstiegen - was oft auch stimmen mag. Allerdings findet in dieser Musiksparte wenigstens hin und wieder mal Musik statt. Menschen greifen zu richtigen Instrumenten, reduzieren ihre Kompositionen aufs Wesentliche, loten Grenzbereiche aus, geben sich Wagnissen hin und bringen Töne zum Leben, statt den Zuhörer ins Grab. Das sind nette Eigenschaften und eben diesen huldigt «Scenes and Sceneries» in Form von wunderschön ambitioniertem und souverän gespieltem Trio-Jazz (S. Rusconi, p / R. Pechota, b / C. Strüby, dr). Und wens interessiert: Das Ganze ist made in Switzerland - was nicht zu hören und in diesem Falle ein grosses Kompliment ist. Jungs, ihr rockt!