Die Veröffentlichung von "Scars and Stories" lief in Detuschland erschreckend geräuschlos ab - denn The Fray würden deutlich mehr Aufmerksamkeit verdienen. Fast auf den Tag genau 3 Jahre nach dem letzten Album erschienen, enthält die aktuelle CD 12 neue Songs, die qualitativ sogar noch einmal draufsatteln können.
Die ersten 3 Songs "Heartbeat", "Fighter" und "Turn me on" schließen nahtlos an das vorherige Album an, das dann folgende "Run for your life" ist eine wunderbare Ballade und "The wind" besitzt neben einem guten Sound einen vor allem tiefsinnigen und doch eingängigen Text. "1961" ist mein Lieblingssong - ein erstklassiges Roadmovie-Stück, in dem ein Hauch Springsteen mitschwingt, ohne dass es den Bandsound verändert. "I can barely move" ist ein Herzschmerzsong über Trennung und den Nachhall von Gefühlen, "Munich" ein weiteres sanfteres Stück mit viel Raum für Akkustik. "Here we are" deutet dann an, dass The Fray auch rockiger kann, wobei dem Refrain gerne noch mehr Kraft hätte innewohnen dürfen. "48 to go" ist ein weiterer Roadtrip und eines der stärksten Stücke der CD. "Rainy Zurich" lebt von seinem wundervollen Text und erweist sich als eines der schönsten Liebeslieder der letzten Jahre. "Be still" bildet den Abschluß dieses gelungenen Albums, ein ruhiger, rauher und klavierlastiger Abgang und ein letztes Highlight auf "Scars and Stories".
Auffallend sind dieses mal besonders die Songtexte, in die man sich weit mehr einarbeiten muss, als in den vorherigen beiden Alben. Die Melodien sind indes gewohnt eingängig. "Scars and Stories" enthält keine Experimente, sondern das, was man sich von einem Nachfolgealbum zum vorherigen Erfolg gewünscht hat. Und dafür gebe ich gerne mein Geld aus!