Ich komme eigentlich aus der Metall-Schiene und habe diese Band mehr durch einen glücklichen Zufall als durch bewußte Planung, LIVE gesehen. Ich muß sagen: Es war beeindruckend. Auch wenn sie keinerlei Show-Einlagen oder visuellen Effekte zu bieten hatten, so war die Musik von einer schnörkellosen Trockenheit, wie man sie heute selten hört und darum habe ich mir sofort die CD gekauft. (Obwohl ich im Schnitt nur alle zwei Jahre eine CD kaufe.) Diese Musiker konzentrieren sich auf das Wesentliche: Der Rock muß rocken. - Und es ist harter Rock, mit Metal-Einflüssen, den sie aus den Verstärkern blasen. Lieder wie The Game", Stalker" oder die Ballade 99 Reasons" gehen sofort ins Ohr und hören sich trotzdem auch nach Monaten noch nicht ab. Der Opener First Blood" ist wohl die klarste Metal-Numer auf dem Album, die trotz ihrer Nähe zum schweren Metall, ihren Bezug zum Rock nicht verliert und ebenso eingängig ist, wie die soeben genannten. Für die Mädels unter Euch, sind wohl balladen-artige Nummern wie Between", Time For Angels" oder die Single-Auskoppellung Dark Portion Of Your Life" genau das Richtige. Mit melancholischer Stimme, aber teils recht fröhlichen Riffs rocken sich die Musiker von einem musikalischen Höhepunkt zum nächsten. Echte Musik-Versteher geben dem Lied Borderline" etwas Zeit, sich zu entfalten, indem sie es sich mehr als zweimal anhören. Meines Erachtens brettert die Nummer die ersten 02:34 Minuten sehr solide dahin, bis sie sich zu einem wunderschönen Meisterwerk langsam entwickelt, um in einem der melodiösesten Solis, das ich in 34 Jahren gehört habe, schlußendlich mit dem Rest der Band gemeinsam aufzugehen. - Ich hätte nichts dagegen, wenn dieses Lied noch zwei Minuten länger wäre...
Nur so, zur Orientierung: Die Band selbst steht auf Bands wie Creed, Alter Bridge, Pearl Jam oder Mark Tremonti, Pantera und Halestorm, etc... - was auch zeigt, wie viele verschiedene Einflüsse in ihrem eigenen Stil vereint sind.
Mein Resüme: Wenn es diese Band nicht schafft, dann haben es 90% der Bands, die es geschafft haben, einfach nicht verdient, erfolgreich zu sein.