welche Diskrepanz manchmal zwischen Cover und Covertext und dem eigentlichen Film besteht. "fast unmöglich diesen Film mit anderen zu beschreiben oder mit anderen zu vergleichen"??? Erstmal die Story: Mäßig talentierte und etwas orientierungslose Schauspielerin langweilt sich so durch. Nach einem Rockkonzert darf sie mit dem Leadsänger (Kirk aus Australien, so eine Art Mischung aus Jim Morrison und Kurt Cobain, Beam mich bloß weg, Scotty) aufs Zimmer und wird gepoppt. Sie verliebt sich (zum ersten Mal im Leben). Leider muß Jim-Kurt-Kirk dann mit seiner Tournee weitermachen und sie bleibt zurück (zum Trost schenkt er ihr noch eine alte, löcherige Hose, da wär selbst Gary Larson nicht drauf gekommen). Das ist objektiv so ziemlich das Beste, was der Protagonistin im Film passiert. Aber lernen tut sie nicht draus. Naja, wer es bis Mitte Zwanzig noch nicht kapiert hat... Etwas später merkt sie, daß sie schwanger ist. Diesmal will sie aber nicht abtreiben (sie ist ja zum ersten Mal richtig verliebt). Dann dümpelt alles weiter vor sich hin, hier ein kleiner Nebenstrang, da eine Rückblende. Als Jim-Kurt-Kirk wieder ein Konzert in Paris gibt, will die Heldin ihn mit ihrem Kugelbauch überraschen, wird aber nicht backstage gelassen und muß vom Manager erfahren, daß Jim-Kurt-Kirk glücklich verheiratet ist. Verzweifelt stolpert sie durch das nächtliche Paris und hat nach einem Sturz eine Art Maria-Visison/Erleuchtung. Abblende.
Endlich. Das "verfilmte Meisterwerk" ist aus. Es ist weder "experimentell, roh und direkt, irgendwie pervers und sexy," noch "ehrlich und gnadenlos zeigfreudig" (Es mag sein, daß ich nur eine geschnittene Version gesehen hahe (81min), aber die Serie Klimbim in den 70er war perverser und zeigfreudiger). Der Film ist gnadenlos langweilig, ehrlich. Abwechselungsreich ist er nur dann, wenn man überlegt, wo gerade wieder geklaut wird. Hier drei Sekunden von Bertolucci, das mit dem Auto sieht nach Antonioni aus, die Einstellung ist felliniresk etc. Guter Kameramann. Und zwei gute Songs. Nina Simone singt Wild is the wind und Fred Buscaglione singt auch was, aber ich weiß nicht mehr was.
Ende der 70er habe ich "Horror Infernal" im Programmkino gesehen. Für diesen Film gebe ich allen Menschen die Argento heißen gerne mein äußerstes Wohlwollen. Aber dieser Film ist Müll.