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Es ist dieser spätpubertäre, selbstreferentielle Ton eines Mannsbilds, das sie alle gehabt hat, der die Lektüre dieses selbsternannten Grenzgängers für jeden halbwegs gebildeten Leser so schwierig macht. Pate dieser großspurigen Wesensart war der Hippievater, der den 12-jährigen Filius anhand seiner umfangreichen Playboy- und Penthouse-Sammlung schon früh in die Geheimnisse der weiblichen Anatomie einführte. Zwecks weiterführender Studien wurde dem heranwachsenden Sohnemann auch schon mal die eigene Braut überlassen. Auch der exzessive Drogenkonsum wurde unter väterlich liebevollem Blick früh bis zur Meisterschaft eingeübt. Ein Erziehungsmodell, das später teuer bezahlt werden musste.
Über all dem pornohaften Mucki- und Machogehabe vergisst man fast, dass man es bei den Red Hot Chili Peppers mit einer verdammt guten Band zu tun hat. Anfang der 80er gegründet, entwickelten die vier schweißglänzenden Energiebündel sehr bald ihren ganz eigenen Stilmix aus Punk, Crossover und Funkelementen. Kurt Cobain, Pearl Jams Eddie Vedder, Janes Addiction, die gesamte Westcoast-Szene der 80er-Jahre wird durch Kiedis Erinnerungen noch einmal ganz schön lebendig. Und, man staunt, auch Nina Hagen hat ihren Auftritt -- der (natürlich) im Bett unseres Helden endet. Sex, Drugs & RocknRoll eben -- derb, aber satt! -- Ravi Unger
Auch, oder gerade weil Kiedis kein Blatt vor den Mund nimmt, hat das Buch doch einige Längen. Die Wiederholungen seiner intensiven Drogen- und Sex-Exzesse, abgewechselt mit Entzügen und Klinikaufenthalten, wirken irgendwann nicht mehr schockierend, sondern eher langweilig. Aber zwischen diesen Episoden gibt es immer wieder lustige Geschichten und Anekdoten, die das Weiterlesen trotzdem belohnen.
Fazit: Für Red Hot Chili Peppers Fans sehr empfehlenswert. Andere Leser sollten vorsichtiger sein, der Stoff ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack.
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