gewohnt unterhaltsam...so präsentiert sich der neueste output von MIKE KENEALLY-natürlich kann man seinen lehrmeister FRANK ZAPPA immer noch heraushören,doch hat das amerikanische multitalent(komponist,produzent,gitarrist,sänger,keyboarder,etc.) schon vor langer zeit eine ganz eigene,klar erkennbare musiksprache entwickelt,die rock,jazz,prog,folk,pop,avantgarde,funk,electronic&viele andere stile zu einem schillernden ganzen verbindet...so gibt's auch hier wieder eine riesige bandbreite-von kurzen fragmenten über abgefahrene jazzrock-monster,akustische balladen,kantige heavy-kracher,progrock-gewitter,straight groovende stücke,ausflüge in den klassischen jazz,zu GENTLE GIANT&HENRY COW bis hin zum 12minütigen avantrock-epos GITA...der stetige wechsel ist programm,da steht eingängiges neben hochkomplexem,experimentelles neben liedhaftem-alles intoniert mit überragender technik(natürlich!) ohne dabei aber kalt oder seelenlos zu wirken...
SCAMBOT 1 ist der auftakt einer ambitionierten trilogie um medien-&wirtschaftskritik,die ohnmacht des individuums,etc.-dementsprechend klingen die 18 stücke teilweise ernsthafter,"erwachsener",weniger humorig als frühere KENEALLY-werke...ob man das jetzt gut oder schade findet,bleibt jedem hörer selbst überlassen-die qualität der musik hat darunter definitiv nicht gelitten...
also-wer's gern abwechslungsreich&unvorhersehbar mag;mit ecken,kanten&schrägheiten klarkommt oder einfach generell ZAPPA-fan ist,der sollte MIKE KENEALLY schleunigst mal antesten...