Produktinformation
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| 1. Insomniatic Meat |
| 2. Revelation Song |
| 3. Brother Bleed Brother |
| 4. A Piece Of Mind |
| 5. Ink |
| 6. Fireflies |
| 7. Hopeless Host |
| 8. Reduced To Teeth |
| 9. A Man Alone |
| 10. Miro |
| 11. Ravenous |
| 12. Bitemarks And Bloodstains |
| 13. The Casket Of Roderic Usher |
| 14. Dreams Of Psilocybin |
| 15. Gak 2 (UK Bonus Track) |
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Finch waren mir seit einiger Zeit ein Begriff, Songs wie "Letters to You" oder "What it is to Burn" haben sich über die Jahre in mein Musikgedächtnis geschlichen. Doch um ehrlich zu sein, Finchs Erstlingswerk "What It Is To Burn" ist mir nie als ein Ganzes zu Ohren gekommen. Umso unbefangener ging ich an ihre neue Produktion "Say Hello To Sunshine" heran. Im Vorfeld hörte ich schon recht viel über dieses Album. Finch sind erwachsen geworden. Finch sind verrückt geworden. Was zum Henker denkt sich Finch mit diesem Album? Ich muss mir selbst eine Meinung über "Say Hello To Sunshine" bilden, also drücke ich auf Play und begebe mich mit Finch auf eine Reise in die Nacht.
Finch kehren den wasserstoffblondierten, breit lächelnden MTV-Moderatorinnen den Rücken. Sie wenden sich ab von Talkshowauftritten und vom grellen Licht der Studioscheinwerfer. Ihr Weg führt in die Dunkelheit, das wird einem schon beim Opener "Insomniatic Meat" klar. Randy Strohmeyer und Alex Linares begrüßen uns auf unserer Reise mit an System Of A Down erinnernden Gitarrenklängen. Nate Barcalows Stimme erklingt klagend, nur wenige Takte später ändert sich diese Gangart. Die Riffs werden schwerer, bedrohlicher und dunkler. Der Gitarrensound baut eine klaustrophobische Stimmung auf, Barcalows schreit/spuckt/keucht uns zum ersten mal teils unverständliche Lyricbrocken entgegen. Ganz und gar nicht radiofreundliche Klänge für die junge Emo-Rockband. Obwohl ich kein Fan der Scream/Death Metal Fraktion bin stören mich die immer wiederkehrenden Schreiattacken überhaupt nicht. Nate Barclows gelingt es ein fragiles Gleichgewicht aus emotionsvollen Gesang, hysterischer Raserei und leise geflüsterten Lyrics herzustellen. Gerade die Variation dieser unterschiedlichen Stile ist eine große Stärke dieses Albums. Auf kurze, energiegeladene Schreipassagen folgen oft abrupt stille Momente, nur um danach mit altvertrauter Stimme gefühlvoll einen melodischen Refrain zu intonieren. Im Opener wird diese neu Methode zum ersten mal in perfektion erprobt. Der wunderbar melodische Refrain bleibt hängen, die Lyrics sind dabei für mich größtenteils sekundär. Barcalows bezieht einen Großteil seiner Inspiration aus düster/skurillen Filmen (von Regisseuren wie Tim Burton) und ebensolcher Literatur (E.A Poe). Die Texte auf diesem Album spiegeln dies wieder, es wird viel von Blut, Alpträumen und Tod gesungen. Trotzdem schafft es Barclows immer wieder mich mit seiner Stimme in den Bann zu ziehen. Wenn er am Ende des ersten Songs mit verzweifelt/hasserfüllter Stimme acht mal "This is the worst thing that you have ever done" ins Mikrophon brüllt, dann lässt das niemanden kalt. "Revalation Song" überzeugt mit einem geöhnungsbedürftigen aber unglaublich charismatischen Gitarrenthema. Strohmeyer und Linares spielen als ginge es um Leben und Tod, sie eilen davon, sie schlagen hektisch Haken, bäumen sich auf. Drummer Alex Pappas schlägt ihnen den Weg frei, Bassist Derek Doherty folgt auf Schritt und Tritt. Der Refrain ist wieder hoch melodisch und eingängig und führt geradewegs in wilde Raserei. Doch sofort fangen sich Finch wieder und ebnen uns mit einem melodischen Schluss den Weg tiefer in ihre Welt. "Brother Bleed Brother" überwältigt mit einem mächtigen Gitarrenintro und einem verzweifelt rockendem Refrain. Kurz bricht im Mittelteil das Introriff von "Ink" durch, im fesselnden Outro heißt es dann "I hold my breath..." und es folgt "A Piece of Mind". Beim Introriff holt man zwangsläufig die Luftgitarre aus dem Schrank. Barclows schreit und spuckt was das Zeug hält nur um dann mit klagender Stimme den besten Refrain dieses Albums zum Besten zu geben. Mit "Ink" folgt ein mutiger Track mit einer abenteuerlichen Gitarrensignatur und kraftvollen Refrain. "Fireflies", "Hopeless Host", "Reduced to Teeth", "A Man Alone" und "Miro" sind alles solide Songs mit starken Gitarrenspiel und rockenden Refrain, verblassen meiner Meinung nach jedoch etwas gegenüber dem überwältigenden ersten Drittel des Albums. "Ravenous" erschüttert danach wieder mit krachenden Gitarren, hektischem Tempo und der ganzen Bandbreite von Barclows Vocals. "Bitemarks and Bloodstains" geht es ruhiger an und lässt den Hörer etwas durchatmen. "Casket of Roderick Usher" stürtzt uns dann für kanpp zwei Minuten kopfüber in Chaos und Wahnsinn. Der Abschluss des Albums "Dreams of Psilocybin" beginnt mit gequälten Lauten Baclows. Nach einem wütendem, kehligen Knurren Versuchen Finch den Wahnsinn der letzten 13 Songs hinter sich zu lassen. Im eingängigen Refrain lautet es "I wrote it down in blood, "Never forget my love", faith as endearing as the other side...". Nach den letzten, emotionsvoll gesungenen Zeilen lichtet sich dann die Dunkelheit um einen. Draussen scheint die Sonne, keine schwarzen Wolken trüben die Sicht. Fast fühlt man sich so, als wäre man aus einem fünfzigminütigen Albtraum erwacht.
Ja, Finch sind verrückt, sie brechen mit ihren 14 neuen Tracks alle Traditionen. Die in der profitorientierten Musikszene übliche Formel für eine junge, aufstrebende Band lautet normalerweise anders. Nach einem erfolgreichen ersten Album sollte möglichst rasch ein musikalisch identischer Klon nachfolgen. Mit "Say Hello To Sunshine" bekommt man 14 innovative Songs die dank düsterem Soundgewand, perfekten Gitarrenspiel und einer wahrlich halsbrecherischen Gesangsleistung begeistern können. Ich denke man sollte schon eine gehörige Portion an Vorliebe für härtere Rockmusik mitbringen, um dieses Album wirklich genießen zu können. Allen anderen würde ich diese Reise mit Finch nicht empfehlen.
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