Rezension
"Erstaunlich, wie gut Saxophon und Orgelton in Klangfarbe zusammenpassen. (...) Graefs Blasinstrumente (...) hatten einen vollen, satten und runden Ton oder wurden wie helle, fanfarenhafte Bachtrompeten gespielt. (...) Wilkes registrierte die Oberstimmen silbrig hell und ließ sie in virtuosestem Tempo glitzern." (Westfalenpost)
Kurzbeschreibung
Graefs "Canzone ritmica" greift ein Folklorethema aus Ungarn auf und sprüht in zunehmend komplexer Rhythmik über einem ostinaten Baß farbige Arabesken in den Raum. Vaughan Williams, Schüler von Bruch und Ravel und einer der bedeutendsten englischen Tonsetzer, ließ sich in vielen seiner Werke von der keltischen Volksmusik beeinflussen. Seine "Studies in English Folksongs" sind Musterminiaturen eines romantischen Expressionismus. Wilkes "Kolendasonate", geschrieben zur Geburt seines Sohnes, formt eine Folge von fünf Sätzen aus den Melodien polnischer Weihnachtslieder: Die Vorfreude, das Herabsteigen der Seele vom Himmel, die gesunde Ankunft, der strömende Atem des schlafenden Kindes und das ausgelassene Spiel der Familie. Zu dieser Weihnachtsstimmung paßt die "Pastorale" des französischen Romantikers Saint-Saëns. In den Registern des Sopransaxophons hört man sowohl die Schalmeien, als auch die Clarinen der Hirten auf dem Felde. Besozzi, Oboist des italienischen Barock, schrieb die "Sonata re-maggiore", ein glänzendes affektbetontes Meisterwerk, für den eigenen Gebrauch, wobei er keine Gelegenheit ausließ, seine virtuosen Kunststücke im Dialog mit dem Continuo zu demonstrieren. Der aus Liechtenstein stammende Münchner Professor Rheinberger hat aus Begeisterung für das zauberhafte, kontrapunktistische Andante seiner Orgelsonate f-moll die "Rhapsodie" transskribiert. Der Duft des flink und behende in die höchsten Höhen kletternden Sopransaxophons weht über die dunkelspiegelnde Fläche der Orgelharmonien. Saties "Gymnopédie" verströmt, getragen von hingetupften Fundamentalbässen, einen endlosen Atem unvergleichlich. Mit dieser Musik kehrte der einflußreiche Sprecher der Pariser Kompositionsgruppe "Six" vom Impressionismus zur Klassik zurück. Ohne es zu versäumen, mit Hilfe der melodischen Linien den Text bis in die kleinste Silbe auszuforschen, entfaltet Graef seine stupenden Improvisationskünste in den von ihm arrangierten "Four American Spirituals".