Die Raketen steigen auf und überraschen immer wieder mit neuen Lichteffekten während die Explosionen dumpf und gleichmäßig nachhallen. Das ist der Schlagzeugbeat und der typische Funkbass. Oft sehr schnell, rhythmisch kompliziert und unnablässig vorantreibend. Die ganze Band schafft hier einen Background, der irgendwie an einen reißenden Wildbach erinnert. Aufgewühlt und spritzig und doch so eisern an den Grundbeat gebunden, dass es scheint, die gesamte Platte sei komplett mit dem Computer erzeugt worden.
Vor diesem Hintergrund spielt Candy Dulfer mit ihrem Saxophon originelle, spritzige und groovige Soli und Improvisationen, die mit ihrer Leichtigkeit und Verspieltheit ein hervorragendes Gegengewicht zu dem stampfenden Beat bilden. Die Musik von Candy Dulfer lässt niemanden stillstehen und ist zum richtigen "Abtanzen" absolut gut geeignet. Unversehens will man nach dem Luft-Saxophon oder der imaginären Hammond-Orgel greifen. Und immer wieder lassen langsam swingende Nummern Atem holen für die nächste Achterbahnfahrt.
Die von Candy Dulfer gespielten und vielfach selbst komponierten Melodien werden so in die Gehörgänge gehämmert, dass man sie lange nicht mehr loswird. Den Titel "Pick up the pieces" kennt man zudem schon gut aus vielen Fernseh-Talkshows.
Über diese CD zu schreiben, ist im Prinzip über Funk allgemein zu schreiben. Könnte man den Musikstil Funk destillieren, vielleicht würde diese Platte dabei herauskommen.