Zuerst eine wichtige Information, um den folgenden Text richtig einschätzen zu können.
--> Ich habe meine ganz eigene, äusserst positive, Meinung zu dieser Reihe. Wer also irgendwelche grossen Kritikpunkte von meiner Seite erwartet, wird enttäuscht werden:
Die gibt es in meinen Augen nicht!
Des Weiteren habe ich "lediglich" die Unrated-Fassung gesehen, weswegen ich auf Schnitte und Zensuren nicht eingehen kann und werde.
Schon die Eröffnungsszene ist mal wieder eine Wucht! Zwar kann man sich denken wer da überleben wird, aber dennoch geht die Darstellung mal wieder unter die Haut und das Ganze tut beim Zuschauen schon sehr weh!
Nachdem ich auch schon im 5. Teil riesigen Spass an Costas Mandylor hatte, darf er nun so richtig die Sau rauslassen. Zwar verhält er sich extrem verdächtig (Stichwort: Krankenhaus-Szene), doch schiebe ich das nicht auf schauspielerisches Unvermögen, denn vielmehr sehe ich das als Ausdruck seiner Überheblichkeit an. Er fühlt sich einfach sicher und ist überzeugt, alle Fäden in den Händen zu halten...und genau dies wird ihm in der Handlung dieses 6. Teils der SAW-Reihe zum Verhängnis, denn das FBI ist ihm abermals dicht auf den Fersen.
Abgesehen davon, gibt es natürlich auch neue Hintergründe zu Jigsaw, dessen Werdegang und vor allem:
seinen Motiven.
Natürlich hat man sich dazu ein typisches Thema ausgesucht, welches bereits von Michael Moore durchgekaut wurde..."so what"? Hätte man ein Thema genommen welches niemanden tangiert, wäre es zu weit hergeholt gewesen. Aber wie man es auch dreht und wendet:
Irgendjemand ist sowieso immer am Jammern.
Mir persönlich hat die Idee mit der Krankenversicherung extrem gut gefallen! Man sieht sehr schön, wie das eigentliche Ziel einer solchen Firma mit dem Thema "wirtschaftlichkeit" in einem Interessenskonflikt steht, und am Ende natürlich das liebe Geld den Sieg davon trägt. Einzelschicksale werden von Bürohengsten geradezu euphorisch heraufbeschworen, ohne dass sich irgend jemand einen Dreck um die Betroffenen schert. Frei nach dem Motto "Nach mir die Sintflut".
Somit ist man bald hin und her gerissen, wenn sich das Oberhaupt durch verschiedenste brutale und bitterböse (so böse, wie noch nie!) Jigsaw-Spiele schlagen muss, nur um am Ende dann doch die Erkenntnis zu bekommen, dass eigentlich alles ganz anders ist: will man ihm helfen bzw. tut er einem leid?...oder hat er all dies regelrecht verdient? Das Finale bietet abgesehen von einer möglichen Antwort darauf (zumindest aus der Sicht einer Person) noch den einen oder anderen Twist, und am Ende sieht man zumindest eine Person in einem doch erheblich anderen Licht, als bisher.
Was haben wir also bisher:
- Eine Anfangsszene, welche den Zuschauer auf dem Sofa ungemütlich hin und her rutschen lässt? Check!
- Gelungene Fallen und Spiele? Check!
- "Magenumdreh-Szenen"? Check!
- Informative Jigsaw-Rückblenden? Check!
- Verschachtelte Erzähltstruktur? Check!
- Weiterführung der Geschichte um Jigsaws Nachfolge? Check!
- Beantwortung aller bisherigen Fragen? Check! (und das rechne ich mal hoch an!)
- Das endliche Erkennen von Jigsaws Masterplan? Check! (dito)
- Auftauchen neuer Fragen? Check!
- Schlusswendung(en)? Check!
+ (vorausgesetzt man hat den Unrated DC gesehen) eine Szene NACH dem Abspann (zum ersten mal bei einem SAW-Film - ich dachte schon ich spinne! *s*), welche einen hochinteressanten Aspekt für den 7. Teil (welcher gemäss neuester Informationen nicht nur in 3D kommen wird, sondern wohl die Saga auch abschliessen soll - Arbeitstitel "SAW VII Endgame 3D") anspricht.
Und was ist nicht so gelungen?
Nun, hauptsächlich hatte ich zum Teil Mühe damit, die Rückblenden zeitlich einzuordnen (und dies, obwohl ich den film inzwischen bereits 3 mal gesehen habe), was mich gedanklich dermassen beschäftigte, dass ich immer wieder etwas aus dem Geschehen heraus geschleudert wurde. Das wäre allerdings auch schon alles, denn die teilweise gerade mal so ausreichenden Schauspielfähigkeiten einzelner Nebenfiguren konnten den Spass dank begrenzter Screentime nicht trüben.
Somit habe ich lediglich einen Kritikpunkt, an welchem ich eventuell sogar selbst schuld bin, weswegen die nun abgegebene Wertung dem verdienten Maximum entspricht.
"Do you have what it takes to survive?"
Zur Disc:
Das Bild ist oftmals gewollt körnig, was zur Atmosphäre des Filmes passt. Der Sound kommt wuchtig und detailliert aus allen Kanälen und überzeugt vollkommen, wobei der Surround-Effekt niemals zu sehr ausgereizt wird.
Fazit:
Klare Kaufempfehlung für Fans der Reihe!!!