Aus der Amazon.de-Redaktion
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Moviemans Kommentar zur DVD: Spektakulärer Horror für starke Nerven mit prima akustischer Umsetzung, optisch etwas gewöhnungsbedürftig, aber wohl als Stilmittel so gewollt. Die Extras sind ausreichend, aber ausbaufähig.
Bild: Das Bild ist nicht unproblematisch einzuschätzen, denn hier wird offenbar bewußt mit Kontrastredutkion und Grünstich gearbeitet, um dem Film einen besonderen Stil aufzudrücken. Wozu ausgerechnet Grün (00.06.45) die dominante Farbe ist und die Helligkeit und Kontrast soweit heruntergeregelt wurden, das bleibt wohl das sahnige Geheimnis von Regisseur Darren Lynn Bousman. Bestes Beispiel dafür ist eine Szene bei 00.05.20, in der ein Junge ein braunes T-Shirt, darüber einen dunkelblauen Pulli udn darüber eine grüne Jacke anhat und man schon genau hinsehen muss, um die normalerweise recht deutlichen Farbunterschiede zu erkennen. Leichtes Grieseln vor allem in größerne hellen Flächen ist nicht weiter tragisch, hemmt aber insgesamt ein wenig die ohnehin aufgrund vorgenannter "Mängel" die Detailkraft (00.04.35).
Ton: Der sehr aktive Surroundansatz greift wunderbar um die Gehörgänge herum und reizt die Ohren mit typischen Gruselatmos und Vorn/Hinten-/ und Quereffekten. Vor allem in diesen Effekten kann die erfreuliche DTS-ES-Discrete-Mischung einen tatsächlich hörbaren Vorsprung herausarbeiten. Eine Spur tiefer in den Basskeller hinab dürfte es aber noch gehen. Prima ist die zusätzliche Headphone Surroundspur, die Kopfhöreruser, die z.B. mit der PSP unterwegs sind, das nötige Surrounderlebnis um die Lappen schlägt. Die Dialoge sind zumeist klar verständlich, es fehlt aber noch an der Klarheit im Obertonbereich. Die englische Fassung liegt in Dolby 5.1-EX vor, das bietet die deutsche Dolbyspur nicht. Der Unterschied bleibt hier jedoch in engeren Grenzen, als zwischen DD5.1 und der DTS-Version. In Ihrem Volumen sind alle 3 Spuren in etwa gleichlaut.
Extras: Der Audiokommentar von Regisseur Darren Lynn Bousman und den Schauspielern Donnie Wahlberg und Beverly Mitchell ist sehr konstruktiv gehalten und natürlich deutsch untertitelbar. Da erfährt man u.a. mehr über den Aufwand mit der Puppenmaske, die auf dem Bildschirm erscheint und das die Maske zu Beginn des Filmes auch tatsächlich funktionierte. Die gute 90 Minuten lange Infotainmentspur gibt einen sehr umfassenden Einblick in die Motive, Technik und Gestaltung des Filmes. Die Fotogalerie, der 3 Minuten Promotrailer und eine 3-minütige Featurette zum Film sind nett, aber nicht eben das, worauf die Filmwelt gewartet hat. Vielmehr hätte ich mir ein paar kreative Inhalte, wie eine Bio von Jigsaw, am besten gesprochen von ihm gewünscht. --movieman.de
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Blickpunkt: Film
Wieder mit von der Partie ist Original-Skripter Leigh Whannell, der sich für das diesmal recht geradlinig strukturierte Drehbuch (auf Flashbacks wurde verzichtet) mit seinem Freund Darren Lynn Bousman zusammen tat. Werbe- und Videoclip-Filmer Bousman ergriff gleichzeitig die Gelegenheit damit sein Regiedebüt zu absolvieren. Der dreckig-triste Look blieb der gleiche, ebenso wie der hektische Hackmesser-Schnitt. Ein Wiedersehen gibt es auch mit dem psychopathischen Serienkiller Jigsaw (überzeugend durchgeknallt und derangiert von Tobin Bell porträtiert), der erneut den instinktiven Überlebenswillen und die innerste Moralität seiner Opfer testet. Anstatt lediglich zwei, sind es nunmehr acht Unglücksraben, die eingesperrt in einer heruntergekommenen Bruchbude von Jigsaw mittels seiner pervers ausgetüftelten Killer-Apparaturen mörderisch in die Mangel genommen werden. Unter den Opfern befindet sich der aufsässige Sohn des Detectives Eric Matthews (Mark Wahlbergs Bruder Donnie), der zwar schnell den krebskranken Killer ausfindig macht, nicht aber den Standort der Folterkammer. So müssen Matthews und das SWAT-Team zunächst auf Videomonitoren hilflos mit ansehen, wie die Gefangenen nacheinander grausam ihren Tod finden, alldieweil diese verzweifelt versuchen die von Jigsaw gegebenen puzzlehaften Clues zur Befreiung aus ihrer Todesfalle zu nutzen. Zu allem Überfluss läuft ein machohafter Drogendealer unter ihnen Amok, da er nur sein eigenes Überleben im Sinn hat.
Die Opfer (darunter Shawnee Smith aus dem Original, Glenn Plummer und Franky G), obwohl sie sich wildfremd sind, haben eine Gemeinsamkeit, die es für sie zu entdecken gilt. Dies ist ein unterhaltsamer Twist, gleichfalls wie hier jeder Dreck am Stecken hat: es gibt kein unschuldiges Opferlamm, das zu bemitleiden wäre. Die grausig-innovativste Todesart wird etwas vorschnell bereits beim Prolog aufgefahren, in dem ein Polizeiinformant entweder den hinter seinem Auge deponierten Schlüssel herausschneiden muss oder sein Gesicht in einer metallenen 'Venusfalle' verlieren wird. Der Humor ist - wenn überhaupt - grundsätzlich nur in der Übersteigerung der unmenschlichen Grausamkeit zu finden. Damit ergibt sich eine gewisse Parallele zu Wes Cravens kompromisslosen Schocker 'Last House On The Left', dem vom Killer mit einem unauffälligen Kommentar Referenz gezollt wird. Des weiteren erinnert dieser starke Terror-Tobak an 'Seven' auf Budget-Sparflamme, ohne qualitativ oder atmosphärisch mithalten zu können. Dennoch bietet der Horrorthriller mit Schlusstwist (zwei Fortsetzungen sind angeblich geplant) allemal genug verstörenden Schrecken, um Genrefans bei Laune zu halten. ara.