Diese Cd ist, aus verschiedenen Gründen, in der Gesamtbewertung Dylans noch nicht vollendeten Lebenswerks, meist immer etwas zu kurz gekommen.
Geschrieben wurde das Werk auf der Amerikatour zum Erscheinen von "Slow Train Coming", also der ersten CD, die entstand, nachdem Dylan zum Advokaten der "Vineyard Fellowship", einem besonderen Zweig des amerikanischen Evangelismus wurde. Im Laufe der Tour hat er seinem Publikum seinen neuen Glauben mehr oder weniger aufzwingen wollen und hat sich geweigert auch alte Stücke zu spielen, die ihm "Nicht durch Gott gegeben" seien.
Man mag davon halten, was man will, man mag ihn als abgedreht bezeichnen, nicht leugenen kann man, dass zum ersten "Slow Train Coming" hervorragende Kritiken bekam, zum anderen aber auch auf "Saved" sehr gute Stücke und ein fantastisches Gesamtkonzept zu finden sind.
Hatte Dylan bei "Slow Train" noch die Hilfe von Mark Knopfler und Pick Withers, beschränkte er sich bei "Saved" auf seine Konzertband, die nach langer Tour schon etwas erschöpft gewesen sein muss, aber dennoch hörbar eingespielt und aus einem Guss zu sein scheint.
Unterstützung für sein neues evangelsiches Werk bekam Dylan von seiner Plattenfirma Columbia nicht, diese waren genervt, dass er nicht von seinem neuen Weg abweichen sollte, sowie von dem ursprünglichen Cover, dass eine Hand Jesu, die einen Unwissenden erleuchtet (nach einer persönlichen Vision Dylans) darstellt.
"Slow Train" erwischte die Welt noch unvoreingenommen, erhielt die Unterstützung der Plattenfirma und war das erste Werk nach "Desire", diese ganzen Punkte fielen bei "Saved" weg.
Dennoch halte ich es für ein durchgehend gute CD, mit tollen Stücken, wie "Saved", "In the Garden" und anderen. Wieder einmal hat Dylan bewiesen, dass er jeden eingeschlagenen Weg ganz durchgeht, auch gegen den Strom, wenn es sein muss. Das hat in gewissem Maße immer eine besondere Qualität garantiert.